Politik

August Hanning, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). (Foto: dpa)

06.10.2026

Ex-BND-Präsident Hanning wegen Spionageverdacht festgenommen

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning ist am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Zuletzt stand er auch im Fokus wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block. Es gilt die Unschuldsvermutung

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning ist am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden. Außer Hanning wurde  ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen, teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mit. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung geht es dabei aber nicht um eine Verbindung zu Russland.

Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Der Mitarbeiter soll dem ehemaligen BND-Chef auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des Nachrichtendienstes weitergegeben haben, die Hanning für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll. 

Hanning leitete den Bundesnachrichtendienst von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.

Mögliche Beteiligung an Entführung der Block-Kinder?

Zuletzt stand er auch im Fokus wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendiensts und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt.

Mindestens in einem Fall soll Hanning nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Erkenntnisse genutzt haben, um eine Analyse für einen "Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparats" zu erstellen. So berichtet es der "Spiegel": Für welche fremde Macht dieser Mann tätig war, blieb zunächst unklar – es soll sich den Angaben zufolge jedoch nicht um Russland handeln. Ob die Übermittlung der Analyse an den Geheimdienstmann tatsächlich stattfand, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegenüber dem "Spiegel" war Hannings Verteidigung laut "Spiegel" zunächst nicht erreichbar. Es gilt die Unschuldsvermutung. (dpa/BSZ)

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