Politik

Die Grünen fordern angesichts der Hitzewelle mehr Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung – unter anderem Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen und mehr Grün in Städten. (Foto: dpa/Alexandra Wagner)

29.06.2026

Grüne: Bundesregierung muss beim Hitzeschutz dringend handeln

Angesichts der Hitzewelle werfen die Grünen der Bundesregierung Versäumnisse beim Hitzeschutz vor. Sie fordern unter anderem Klimaanlagen mit Solarstrom für öffentliche Einrichtungen sowie mehr Bäume und Grünflächen in Städten

Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, hat der Bundesregierung vorgeworfen, nichts für den Hitzeschutz der Bevölkerung zu tun. „Friedrich Merz (CDU) kann vielleicht aus dem klimatisierten Kanzleramt heraus die Hitze ignorieren, aber die Pflegekräfte in den Krankenhäusern, die können das nicht“, sagte Dröge im ARD-„Morgenmagazin“. „Die müssen bei brüllender Hitze arbeiten und die alten Menschen in den Senioreneinrichtungen, die leiden darunter, dass es keine Klimaanlagen gibt. Und deswegen haben wir gesagt, wir müssen ganz dringend handeln.“

Dröge hatte am Wochenende angesichts der Hitzewelle ein Abkühl-Sofortprogramm gefordert, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. In der „Bild am Sonntag“ schlug sie die Förderung von „Klima-Solar-Anlagen“ vor, also von Klimaanlagen, die mit Solarstrom betrieben werden. „Wir haben im Sommer die Situation, dass die Solaranlagen so viel extrem günstigen Strom produzieren, und deswegen sagen wir auch Klimaanlage in Kombination mit einer Solaranlage, dass das wirklich machbar wird“, erläuterte sie.

Mehr Grün statt Hitzeinseln

Zugleich müssten in den Städten dringend mehr Bäume gepflanzt werden. „Ein Baum alleine ersetzt mehrere Klimaanlagen.“ Bäume, Fassadenbegrünung, Sträucher in den Städten könnten die Luft herunterkühlen für alle Menschen.

Dröge verwies darauf, dass Hitzerekorde inzwischen Realität seien. „Darauf muss man sich einstellen. Wir sind jetzt schon so weit fortgeschritten mit der Klimakrise, dass das nicht mehr zu verhindern ist. Und gleichzeitig, wenn wir jetzt nicht Klimaschutz machen, dann werden wir in 20 Jahren diese Sommer als kalt empfunden haben“, sagte sie. Bei der Erderwärmung zähle jedes Zehntelgrad, das verhindert werden könne. (dpa)

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