Politik

Die Stadt Hof ist nicht nur eine Hochschulstadt, sondern hat auch einen hohen Anteil an Schulabbrecher*innen. (Foto: dpa/Armer)

23.05.2023

Hof erhält einen "Migrationszuschlag"

Hohe Schulabbrecherquote: Das Kultusministerium unterstützt die Region Hof

Wegen ihrer hohen Schulabbrecherquote erhält die Stadt Hof zusätzliche Mittel vom Bayerischen Kultusministerium. Die oberfränkische Stadt werde einen "Migrationszuschlag" in Form von mehr Lehrerwochenstunden für bestimmte Schulen bekommen, teilte Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) am Dienstag mit. Sonst erhielten nur bayerische Großstädte diesen Zuschlag.

Das Kultusministerium spricht in diesem Zusammenhang von "Integrationszuschlag". Mit diesem werden schwerpunktmäßig Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gefördert, wie ein Ministeriumssprecher erläuterte. Allerdings werde damit auch allgemein die Förderung von Jugendlichen in sozialen und sonstigen Problemlagen unterstützt.

Die Stadt Hof an der Saale im Nordosten Oberfrankens hat ungefähr 45 000 Einwohner. Im Jahr 2020 verließen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge 27,7 Prozent der Hofer Schulabgänger ihre Lehranstalt, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss gemacht zu haben. In keiner anderen kreisfreien Stadt in Deutschland ist die Quote so hoch. Bayern steht mit 5,1 Prozent Schulabbrechern relativ gut da. Bundesweit brechen laut der Erhebung knapp über sechs Prozent der jungen Menschen die Schule vorzeitig ab.

Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit verlassen demnach fast dreimal so oft ohne Abschluss die Schule wie Gleichaltrige mit deutscher Staatsbürgerschaft. Jungen brechen häufiger die Schule ab als Mädchen. Die Bevölkerung der Stadt Hof hatte laut Deutschlandatlas im Jahr 2020 einen Ausländeranteil von gut 18 Prozent.

Am Montag hatte sich Oberbürgermeisterin Döhla einer Mitteilung der Stadt Hof zufolge in München mit Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) getroffen und darüber gesprochen, wie man die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss verringern könne. Bei dem Treffen mit dem Minister waren demnach auch der Schulbeauftragte und der Kämmerer der Stadt Hof dabei.

Nach Angaben des Kultusministeriums werden kurzfristig zusätzliche Berufsorientierungsmaßnahmen für Hof ermöglicht, deren Teilnehmer zum Beispiel ihren Schulabschluss nachholen können. Um Lehrpersonal zu gewinnen, stelle das Kultusministerium der Region Hof eine Regionalprämie zur Verfügung, erläuterte der Ministeriumssprecher. Auch von der Berufseinstiegsbegleitung und dem Programm "gemeinsam.Brücken.bauen", mit dem pandemiebedingte Lerndefizite überwunden werden sollen, wird Hof nach Angaben des Ministeriums künftig besonders profitieren. (Philipp Demling, dpa)

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