Politik

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Essenbach bei Landshut stellte seinen Leistungsbetrieb am 15. April 2023 ein.(Foto: dpa, Christine Koenig)

10.03.2026

Kein AKW-Comeback: Bundesumweltminister gegen Rückbesinnung auf Nuklearenergie

Kleine modulare Atomkraftwerke bleiben umstritten: Warum Bundesumweltminister Schneider Zweifel an den EU-Plänen zur Kernenergie äußert und auf erneuerbare Energien setzt

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegten Pläne zur Förderung der Atomenergie kritisiert. "Es spricht Bände, dass der Kern dieser rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für Atomkraftwerke besteht", sagte der SPD-Politiker in Berlin. "Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen." 

Von der Leyen hatte auf einem internationalen Gipfel zur Kernenergie bei Paris Hilfen für die Forschung und die Finanzierung des Baus von kleinen modularen Atomkraftwerken angekündigt. Europa müsse an der Renaissance der Kernenergie teilhaben, die Abkehr von der Atomkraft sei ein Fehler gewesen, sagte sie.

Deutschland setzt auf erneuerbare Energien

Der Bundesumweltminister meldete erneut Zweifel an diesem neuen Kraftwerkstyp an. "Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und ringen stattdessen um Subventionen." Um nennenswert neue Reaktoren zu errichten, müsste sehr viel Geld in die Hand genommen werden, das dann anderer Stelle fehlen würde. "Sauberer, ungefährlicher Strom aus Wind und Sonne ist günstiger, treibt längst die Energiewende an und produziert keinen strahlenden Müll."

Deutschland setze weiterhin statt auf die Atomkraft auf bessere, sicherere und günstigere Alternativen, sagte der Minister. "Unser Land ist dank des Atomausstiegs ein ganzes Stück sicherer geworden. Der vor 15 Jahren erreichte Atomkonsens hat unserem Land gutgetan, das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen."

Aus der Union hatte es dagegen Stimmen gegeben, die sich offen für die Technologie zeigten.
(Michael Evers, dpa)

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