Politik

30.01.2026

Krankschreibungen: Hier kann man viel ändern

Ein Kommentar von Waltraud Taschner

Einschnitte bei Sozialleistungen: Das geht ja gar nicht. Der Aufschrei nach der Kanzler-Aussage, die Deutschen seien zu oft krank und arbeiteten insgesamt zu wenig, ließ nicht lange auf sich warten. SPD, Grüne, Linke und Gewerkschaften sind sich einig in ihrer Kritik. Derlei Äußerungen seien menschenverachtend und stellten die arbeitende Bevölkerung unter Generalverdacht.

Tatsächlich muss es möglich sein, darüber zu sprechen, welche Leistungen sich eine in finanzielle Schieflage geratene Volkswirtschaft noch erlauben kann. Grundsätzlich muss erwirtschaftet werden, was man ausgeben will. Das gilt für jeden Privathaushalt, es gilt für Unternehmen, und es gilt auch für den Staat, eigentlich. Nur wird es dem Staat lange relativ einfach gemacht, sich zu verschulden – bis nichts mehr geht.

Menschen in Deutschland melden sich besonders häufig krank - weil sie es können


Die OECD gibt an, dass sich die Menschen in Deutschland häufiger krankmelden als in anderen untersuchten Staaten. Allerdings sei die Datenlage uneinheitlich und somit kaum vergleichbar. Fakt ist jedoch: Mit der telefonischen Krankmeldung ist es schlicht leichter, sich ein Attest zu besorgen. Dass der Kanzler und seine Gesundheitsministerin diese in der Pandemie geschaffene Möglichkeit abschaffen wollen, ist legitim.

Ausreichend ist es nicht. Deutschland hat vergleichsweise paradiesische Zustände bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Arbeitgeber überweisen 42 Kalendertage den vollen Lohn. Schweden etwa hat einen Karenztag, an dem kein Lohn gezahlt wird, danach gibt es 80 Prozent des Lohns; Frankreich wiederum hat drei Karenztage, danach gibt es 50 Prozent des Gehalts über die Sozialversicherung.
Und ist bei jedem Leiden eine wochenlange Krankschreibung nötig? Nach manchen Eingriffen bedarf es einer stationären Reha – aber nicht für alle Patientinnen und Patienten. Fittere Menschen entscheiden sich bereits jetzt für eine ambulante Therapie und sind zwischendrin durchaus in der Lage, einige Stunden im Homeoffice zu arbeiten. Auch über solche Dinge muss man reden können, ohne dass ein Entrüstungstsunami einsetzt. 

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