Politik

Friedrich Pürner, damals noch Leiter des Gesundheitsamtes des schwäbischen Landkreises Aichach-Friedberg. (Foto: dpa/Stefan Puchner)

10.11.2020

Nach Strafversetzung: Ärzte solidarisieren sich mit Pürner

In einem offenen Brief fordern die Mediziner, dass der Beamte künftig wieder als Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg eingesetzt wird

Nach der Versetzung des schwäbischen Amtsarztes Friedrich Pürner an das Gesundheits-Landesamt haben sich zahlreiche Kollegen mit Pürner solidarisiert. In einem offenen Brief fordern die Mediziner, dass der Beamte künftig wieder als Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg eingesetzt wird. Bis Dienstag war das auf der Internetseite impf-info.de veröffentlichte Schreiben dort von mehr als 200 Ärzten aus ganz Deutschland unterzeichnet worden.

Pürner hatte sich kritisch mit der Corona-Politik der bayerischen Staatsregierung auseinandergesetzt und war infolgedessen von Aichach an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen versetzt worden.

Er hatte unter anderem die bayerische Corona-Teststrategie als verfehlt kritisiert - genauso wie die seiner Ansicht nach sinnlose Maskenpflicht in Schulen und Kindergärten sowie die Schließung von Klassen oder ganzen Schulen wegen positiver Testergebnisse.

FDP: "Solche Muskelspiele sind in Pandemiezeiten absolut unangebracht"

Der Amtsarzt betrachtet die Maßnahme gegen ihn als Strafversetzung. In dem Schreiben seiner Kollegen heißt es, dass die Versetzung ein "inakzeptabler autoritärer Versuch" sei, "legitime und in der aktuellen Situation besonders notwendige ärztlich-wissenschaftliche Diskussionen zu unterdrücken". Dass Pürner binnen einer Woche seinen Tätigkeitsort wechseln müsse, lege den Verdacht nahe, dass ein Exempel mit abschreckender Wirkung statuiert werden solle. "Dieses Vorgehen ist eines freiheitlich-demokratischen Staates in jeder Hinsicht unwürdig!"

Kritik kommt auch vom pflegepolitischne Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Dominik Spitzer: "Man kann inhaltlich durchaus anderer Meinung sein, aber den Leiter eines Gesundheitsamts in der Hochzeit einer Pandemie zu versetzen, ist Wahnsinn", sagte er. Spitzer befürchtet, dass hier ein Exempel an einem Söder-Kritiker statuiert werden soll. "Solche Muskelspiele sind in Pandemiezeiten absolut unangebracht. Sie sind Wasser auf die Mühlen der Corona-Leugner, die den Staat ohnehin als repressiv wahrnehmen." (BSZ/dpa)

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