Politik

Für Kanzler Merz und seine CDU sieht es düster aus. (Foto: dpa, Noah Wedel)

02.10.2026

Neue Stadtbilddebatte: Angst vor dem Untergang

Jetzt wird hektisch an Ideen gearbeitet, die den Untergang der Union verhindern sollen. Doch die im Panikmodus ersonnenen Konzepte sind wirkungslos. Ein Kommentar von Waltraud Taschner

Kein Wunder, dass die CDU in Panik verfällt. In Umfragen stürzt die Partei ab, bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern flog sie aus dem Parlament, in Berlin schnitt sie schlechter ab als die Linke. Jetzt wird hektisch an Ideen gearbeitet, die den Untergang der Union verhindern sollen. Doch die im Panikmodus ersonnenen Konzepte sind wirkungslos. Sie kommen zu spät.

Dabei sind die Analysen von CDU/CSU durchaus zutreffend: Das von Kanzler Merz und CSU-Chef Söder diagnostizierte Gerechtigkeitsproblem existiert ebenso wie das Befremden vieler Menschen über das sogenannte Stadtbild, sprich Migrationsprobleme.

Die Folgen der massiven Zuwanderung ängstigen viele Leute seit Langem. Doch das hat die CDU nicht interessiert


Jedoch, was nützt es, Probleme zu benennen, die seit Jahren bekannt sind. In der Wahrnehmung sehr vieler Menschen ist seit dem Jahr 2015 einiges aus dem Ruder gelaufen, wofür vor allem die Union Verantwortung trägt. Es kamen Millionen Menschen neu ins Land; laut Statistischem Bundesamt insgesamt über sechs Millionen. Viele haben sich gut integriert, viele aber auch nicht, etliche haben kein Bleiberecht. Und der Großteil kostet erst mal Geld, benötigt Wohnraum, Schulen und anderes.

Dass die Folgen der immensen Zuwanderung Ängste verursachen, wurde ignoriert. Wer darüber sprach, sah sich mit dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit konfrontiert, bestenfalls. Der CSU-Politiker und damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer ließ sich 2018 mit dem Satz zitieren, die Migration sei die „Mutter aller politischen Probleme in Deutschland“ – eine für heutige Verhältnisse unerhörte Aussage, die jetzt kein Unionspolitiker mehr wagen würde.

Nun also halten sich manche in der CDU schon für mutig, weil sie eine Reaktivierung der Stadtbilddebatte fordern. Die Union rühmt sich für die Migrationswende. Doch bei den Abschiebungen geht kaum etwas voran. Und dann erleben Hunderttausende, die ohnehin seit Jahren aufgebracht und enttäuscht sind, dass die Rente mit 63 infrage steht, weil das Geld fehlt. Wer glaubt, diese Menschen jetzt noch mit irgendwelchen Versprechungen zurückzugewinnen, irrt. 

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