Politik

Der tief zerstrittene bayerische Jagdverband hat überraschend einen neuen Präsidenten gewählt. (Foto: dpa, Daniel Karmann)

26.04.2026

Neuer Präsident für tief zerstrittenen Jagdverband

Bayerischer Jagdverband fortan von Hubert Stärker geführt

Der tief zerstrittene bayerische Jagdverband hat überraschend einen neuen Präsidenten gewählt. Herausforderer Hubert Stärker setzte sich beim Landesjägertag in Straubing mit knapp 52 Prozent der Stimmen gegen den Favoriten und bisherigen Amtsinhaber Ernst Weidenbusch durch, wie eine Sprecherin sagte. Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete führte den schon fast traditionell zankenden Jagdverband seit Dezember 2020.

Stärker stammt aus Augsburg, die Jagdtradition seiner Familie reicht nach eigenen Angaben rund 130 Jahre zurück. Der verheiratete Vater von drei Kindern führt als Diplom-Kaufmann einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit Teichwirtschaft - und ist einer eigens der Kandidatur gewidmeten Homepage zufolge seit seiner Kindheit begeisterter Jäger und Fischer.

Auf der Homepage bedankte sich Stärker auch umgehend für seine Wahl und versprach: "Ich werde alles dafür tun, Ihr Vertrauen nicht zu missbrauchen. Ich freue mich darauf, zusammen mit Ihnen die Themen anzupacken."

Glückwünsche von der Forstministerin

Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) gratulierte Stärker ebenfalls öffentlich. Für den zukunftssicheren Umbau der Wälder sei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit nötig. "Die Jägerschaft ist dabei ein zentraler Pfeiler: beim Waldumbau, beim Schutz der jungen Bäume, bei der nachhaltigen Bewirtschaftung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und bei der Hege des Wildes", teilte sie mit. Sie sei überzeugt, dass gemeinsam viel erreicht werden könne - "pragmatisch, lösungsorientiert und mit einem klaren Blick nach vorn".

Neben Stärker wurde auch das übrige Präsidium gewählt. Der 1. Vizepräsident Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg erfuhr besonders starke Unterstützung, ihm sprachen rund 80 Prozent der Delegierten ihr Vertrauen aus. Der 2. Vizepräsident Sebastian Ziegler und der 3. Vizepräsident Thomas Bär kamen auf knapp 59 beziehungsweise 54 Prozent der Stimmen. i

Bayern nicht im Deutschen Jagdverband

Im bayerischen Jagdverband toben seit vielen Jahren Machtkämpfe, teils bis hinunter in regionale und lokale Strukturen. So wurden unter anderem die Kreisgruppen Bad Kissingen und Neuburg an der Donau aus dem Verband ausgeschlossen, weil ihre Satzungen so geändert wurden, dass sie nicht mehr mit dem Landesverband übereinstimmen.

Der Landesverband seinerseits ist als einziger in den 16 Bundesländern seit 2009 nicht mehr Teil des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Stärker hatte angekündigt, im Falle seiner Wahl mit dem DJV Gespräche führen zu wollen. Zu einer möglichen Wiederangliederung könne er aber abschließend noch keine Bewertung vornehmen.

In Bayern haben derzeit mehr als 80.000 Männer und Frauen einen Jagdschein und dürfen somit grundsätzlich auf die Jagd gehen. Im Bayerischen Jagdverband sind rund 50.000 organisiert. Daneben existiert etwa der Ökologische Jagdverband, der wesentlich kleiner ist und dessen Mitglieder eher nach der Devise "Wald vor Wild" agieren.
(Michael Donhauser und Elke Richter, dpa)

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