Politik

Reicht die Zahl an Freiwilligen, die durch den Neuen Wehrdienst zur Bundeswehr kommen, zum deutlichen Aufwuchs der Truppe? (Foto: dpa, Hannes P. Albert)

25.04.2026

Neuer Wehrdienst: Geht Pistorius' Plan auf?

Männer ab 18 Jahren müssen einen Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen, der Rücklauf ist überschaubar

Geht der Plan von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf? Laut Bundeswehr bewarben sich im ersten Quartal rund 20 Prozent mehr Personen als im Vorjahr für den Militärdienst. Und tatsächlich eingestellt wurden 10 Prozent mehr. So dienen aktuell 185.400 Männer und Frauen, ein Zuwachs von 3300. Das ist allerdings noch weit entfernt vom Ziel, bis 2035 über 260.000 Aktive zu verfügen.

Ob das allein mit der Einführung des sogenannten Neuen Wehrdienstes gelingt, bleibt abzuwarten. Seit Jahresanfang erhalten alle deutschen Männer und Frauen, die gerade 18 Jahre alt geworden sind, einen Fragebogen, der das Interesse und die Tauglichkeit ermitteln soll. Für Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, eine Wehrpflicht gilt weiterhin nicht. Mehr als 168.000 Fragebögen wurden bisher verschickt, wie eine Sprecherin des Ministeriums mitteilt. Bis Jahresende sollen es rund 650.000 sein.

Nur die Hälfte der Männer schickten den Fragebogen zurück

Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland, das sich auf Koalitionskreise beruft, hatten bis Februar nur die Hälfte der Männer geantwortet. Bei den Frauen waren es 6 Prozent. Diese Zahlen will die Ministeriumssprecherin nicht kommentieren. Man könne wegen des sukzessiven Versands und der Fristen noch keine repräsentativen Ergebnisse liefern, erklärt sie. Fakt ist: Einen Monat haben die Männer jeweils Zeit zu antworten. Tun sie das nicht, erhalten sie ein Erinnerungsschreiben, das sie auch auf ein mögliches Bußgeld hinweist. 

Immerhin gab es laut Ministerium bereits die ersten Assessments mit Kandidaten, die den Fragebogen ausgefüllt hatten. Man habe sogar schon „Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant“.

Das erste Quartal bestätigt den positiven Trend: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 13,5 Prozent mehr freiwillig Wehrdienstleistende und kurz dienende Zeitsoldaten. Um den Ruf nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht zu beenden, muss aber mehr kommen. In einigen Monaten dürfte klar sein, was die Fragebögen wirklich bringen. (Thorsten Stark)
 

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