Politik

Am Nürnberger Flughafen will Billigflieger Ryanair seine Basis schließen und nur noch einen Teil des bisherigen Flugangebots aufrecht erhalten. (Foto: dpa/Daniel Karmann)

09.02.2020

Passagierzuwächse erkauft

Grüne kritisieren Rabatte für Fluglinien an Bayerns Airports

Die bayerischen Grünen kritisieren Millionen-Rabatte für Fluggesellschaften an den Flughäfen im Freistaat. Die Flughäfen München und Nürnberg erkauften sich mit Vergünstigungen und Rabatten für Fluggesellschaften wie Ryanair Passagierzuwächse.

"Im Schlepptau des Flughafens München, der sich heuer mit 22 Millionen Euro erneut künstliches Wachstum gekauft hat, wird jetzt auch der Luftverkehr in Nürnberg mit viel Geld befeuert", bemängelte die Nürnberger Grünen-Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer.

Luftfahrtunternehmen können von den Flughäfen mit einem Rabatt etwa für die Wartung der Maschinen bedacht werden. Dies erfolgt etwa in Nürnberg im Rahmen des Programmes "Blue Ocean Bonus". In den Genuss der Rabatte kommen zum Beispiel Fluggesellschaften, die bisher nicht bediente Streckenverbindungen aufnehmen oder besonders hohe Passagierzahlen erreichen. Die Rabatte laufen in absinkender Höhe für maximal fünf Jahre.

Acht Airlines mit Boni bedacht

Wie aus der Antwort von Finanzminister Albert Füracker (CSU) auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervorgeht, hat der Flughafen Nürnberg in den Jahren 2014 bis 2018 jeweils acht Fluggesellschaften mit Boni bedacht. Die Summen sind jedoch extrem stark angestiegen. 2014 verteilten sich auf die acht Fluglinien noch 602.000 Euro. 2017 waren es bereits knapp vier Millionen Euro, im Jahr 2018 sogar 4,748 Millionen Euro.

Der Flughafen München stellte Füracker zufolge 22 Millionen Euro zur Verfügung - als "befristete Unterstützung zum Aufbau von Verkehrsverbindungen sowie zur Förderung der Vermarktung, mit dem Ziel, die Auslastung dieser Verbindungen zu verbessern. Füracker ist auch Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Nürnberg, dessen Anteile zu je 50 Prozent der Freistaat und die Stadt Nürnberg halten.

"Der Anstieg der Subventionen für neue Fluglinien von wenigen Hunderttausend auf jetzt fast fünf Millionen Euro pro Jahr ist dabei noch krasser, als in München", kritisierte Ganserer. Hier wird mit vielen Millionen Euro die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner zerstört. Das muss ein Ende haben", betonte die Abgeordnete.

In Nürnberg wird seit geraumer Zeit über die Belastung der Bevölkerung mit Fluglärm diskutiert. Ferner hat die irische Ryanair angekündigt, ihre Basis in Nürnberg zu schließen und nur noch einen Teil des bisherigen Flugangebots aufrecht zu erhalten.
(Michael Donhauser, dpa)

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