Politik

Das Deutschlandticket kostet 2026 noch mal fünf Euro mehr pro Monat. (Foto: Deutsche Bahn AG/Dominic Dupont)

26.09.2025

Preiserhöhung beim Deutschlandticket: Ein weiterer Vertrauensbruch

Wieder war längere Zeit nicht klar, ob es das Deutschlandticket überhaupt noch über dieses Jahr hinweg geben wird. Dann fiel der Beschluss, es fünf Euro teurer zu machen. Das hatte Schwarz-Rot im Koalitionsvertrag ganz anders festgehalten. Nicht der erste Vertrauensbruch der neuen Bundesregierung, erklärt Thorsten Stark in seinem BSZ-Kommentar

Eines muss diese Bundesregierung nicht befürchten: dass wegen des Hickhacks um das Deutschlandticket plötzlich Zigtausende Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer vor dem Brandenburger Tor aufkreuzen oder alle Verkehrswege blockieren – so wie es Anfang 2024 die Landwirte taten, um gegen die Kürzung der Agrardieselsubvention zu protestieren. Es fehlt ihnen schlicht am eigenen Gefährt. Und Verkehrswege lahmlegen, das erledigt die Bahn ohnehin ganz ohne das Zutun ihrer Kunden. Eine Großdemo würde wohl schon an der rechtzeitigen Anreise der Teilnehmer scheitern.

Wahrscheinlich hat die schwarz-rote Koalition auch wegen der geringen Gefahr eines Proteststurms ein weiteres Versprechen aus dem Koalitionsvertrag gebrochen: Die Kosten für das Deutschlandticket sollten erst ab 2029 „schrittweise und sozialverträglich“ erhöht werden. Doch schon wenige Monate nach Veröffentlichung des Vertrags ist klar: Das Ticket wird schon 2026 teurer, um 5 Euro. Und ab 2027 soll der Preis von den tatsächlichen Kosten ausgehend bestimmt werden.

Was soll man von so einer Regierung halten?

Die Rechnung wurde ohne die Länder und die Verkehrsverbünde gemacht. Die wollten die Mehrkosten des auf Bundesebene erdachten Tickets verständlicherweise nicht tragen. Das wussten die schwarz-roten Koalitionäre sicher vorher. Was soll man aber von einer Regierung halten, die schon im ersten Jahr ihres Bestehens zum wiederholten Male ihre Wähler getäuscht hat? „Verantwortung für Deutschland“, so der Titel des Koalitionsvertrags, sieht anders aus. Bleibt zu hoffen, dass das Deutschlandticket das ständige Hin und Her überlebt.

Denn aktuellen Studien zufolge hat das revolutionär einfache Konzept wirklich mehr Menschen in den ÖPNV gebracht – trotz der permanenten Unsicherheit seines Fortbestehens, trotz der Preisdebatten und trotz der chaotischen Zustände im Schienenverkehr. Denn irgendwann werden die meisten Bahnstrecken saniert sein. Und die Kleinstaaterei der Verkehrsverbünde wird dank weiterer Digitalisierung zurückgehen. Dann könnte das Deutschlandticket so richtig punkten.
 

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