Politik

Neben bedürftigen Rentnern profitieren auch reiche Senioren von den Geschenken der GroKo. (Foto: dpa)

04.06.2026

Sparpolitik der Regierung: Zu Lasten der jungen Generation

Mütterrente, Rente mit 63 oder Aktivrente - für Projekte für die ältere Generation zückt die Bundesregierung trotz leerer Kassen das Scheckbuch. Kürzen will die Regierung offenbar lieber beim Elterngeld und der Jugendhilfe – das Bafög will man nicht erhöhen. Kita-Beiträge und Lohnnebenkosten steigen derweil. Sich durch eigene Arbeit etwas aufzubauen, wird für junge Menschen auch wegen explodierender Mieten immer schwerer – riesige Vermögen können dagegen oft zum Nulltarif vererbt werden. Die Ungleichheit wächst. Wird dann noch bei Teilhabemaßnahmen für benachteiligte Jugendliche gekürzt, verkommt das Versprechen der Chancengleichheit endgültig zur Floskel. Die Regierung scheint das nicht zu stören – die Jungen sind ja nicht ihre Wählerinnen und Wähler. Ein Kommentar von Tobias Lill

Was wird der Bundesregierung nicht alles vorgehalten: Sie zerstöre Industrie und Sozialstaat und betreibe Politik gegen ihre Wähler. Doch Letzteres kann man Schwarz-Rot sicher nicht vorwerfen – zumindest, wenn man schaut, wer die letzten treuen Anhänger der einstigen Volksparteien sind. Denn das sind die Alten. In Rheinland-Pfalz etwa stimmten bei der Landtagswahl laut Umfrage 79 Prozent der über 70-Jährigen für CDU oder SPD – und auch die über 60-Jährigen sind noch immer eine Bastion.

Zum Machterhalt will man diese Gruppe also nicht verärgern. Und so verwundert es kaum, dass im „Sommer der Reformen“ zwar Familien, Kinder und Jugendliche große Opfer bringen sollen, es aber für die GroKo-Kernklientel sogar ein von der CSU durchgeboxtes Extra-Zuckerl gibt: Ab 2027 wird die Mütterrente kräftig erhöht. Die jährlichen Kosten steigen auf 18,5 Milliarden Euro – profitieren werden davon auch viele Ruheständlerinnen, die es nicht nötig haben.

Investitionen in Infrastruktur gehen zu Lasten der nächsten Generationen

Finanziert wird die Erhöhung, wie nicht nur die Grünen kritisieren, über Umwege aus dem für die marode Infrastruktur gedachten Sondervermögen. Wenn als Folge Schienen- und Straßennetz auf dem Niveau eines Schwellenlands bleiben, werden dafür vor allem die Jungen den Preis bezahlen. Auch die über 13 Milliarden Euro teure Rente mit 63, ein SPD-Herzensprojekt, geht zulasten der nächsten Generation. Statt Bauarbeitern und Krankenschwestern profitieren von ihr vornehmlich Gutverdiener in Büros. Auch die Aktivrente soll aufgrund von Mitnahmeeffekten die Steuerzahler laut einer IW-Prognose einen Milliardenbetrag an Steuereinnahmen kosten.

Kürzen will die Regierung offenbar lieber beim Elterngeld und der Jugendhilfe – das Bafög will man nicht erhöhen. Kita-Beiträge und Lohnnebenkosten steigen derweil. Sich durch eigene Arbeit etwas aufzubauen, wird für junge Menschen auch wegen explodierender Mieten immer schwerer – riesige Vermögen können dagegen oft zum Nulltarif vererbt werden. Die Ungleichheit wächst. Wird dann noch bei Teilhabemaßnahmen für benachteiligte Jugendliche gekürzt, verkommt das Versprechen der Chancengleichheit endgültig zur Floskel. Die Regierung scheint das nicht zu stören – es sind ja nicht ihre Wählerinnen und Wähler. 
 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll man Beamte in die gesetzliche Krankenkasse einbeziehen?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Ralf Wintergerst, CEO von Giesecke+Devrient, weist auf einen sehr wesentlichen Umstand der deutschen Politik hin: „Es gibt hierzulande sehr viele Veto-Punkte, wo der eine aus Eigeninteresse den Vorschlag des anderen blockieren kann."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.