Politik

Besonders Live-Wetten bergen laut Bundesregierung ein erhöhtes Risiko für Spielsucht. (Foto: dpa/Peter Schatz)

26.05.2026

Suchtbeauftragter warnt vor Sportwetten-Werbung zur WM

Fußball-Fieber, schnelle Wette – und schnelles Geld? Bei der WM ist Sportwettenwerbung besonders ausgeprägt. Hendrik Streeck mahnt, Fußball dürfe nicht zum Einstieg in die Spielsucht werden

Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung rechnet bei der Fußball-WM erneut mit einer starken Präsenz von Sportwettenwerbung und warnt vor möglichen Folgen. „Problematisch ist, wenn Fußball, Emotion und Wetteinsatz so eng miteinander verbunden werden, dass gerade junge Menschen den Eindruck bekommen, Wetten gehörten selbstverständlich zum Spiel dazu. Sportwetten sind kein harmloser Nervenkitzel. Sie können süchtig machen“, sagte Hendrik Streeck (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Rund um die Fußball-WM, die vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, ist Sportwettenwerbung erfahrungsgemäß omnipräsent. Der Anbieter betano ist sogar offizieller WM-Partner des Weltverbandes FIFA.

Millionen Menschen von Glücksspiel betroffen

Laut Streeck weisen in Deutschland rund 1,23 Millionen Menschen zwischen 18 und 70 Jahren eine Glücksspielstörung auf. „Eine genaue Zahl nur für Sportwetten gibt es nicht, weil viele Betroffene mehrere Glücksspielarten nutzen. Klar ist aber, dass Sportwetten und vor allem Live-Wetten ein besonders hohes Risiko haben“, sagte Streeck. Aus einem Impuls werde dann schnell ein Kontrollverlust.

Zugleich warnte der Suchtbeauftragte vor den Problemen des illegalen Glücksspielmarktes. Dort würden Schutzregeln oft nicht greifen, Jugendliche leichter Zugang erhalten und gefährdete Spieler nicht wirksam gesperrt. „Wer Spielerschutz ernst meint, muss illegale Angebote konsequent bekämpfen. Fußball darf Leidenschaft sein. Er darf nicht zum Einstieg in die Spielsucht werden“, sagte Streeck. (dpa)

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