Politik

Spritfresser profitieren vom Tanlrabatt mehr als sparsame Wägen. (Foto: dpa)

25.09.2026

Tankrabatt-Irrsinn: Gießkannenprinzip statt Vernunft

Nicht nur Sprit ist aufgrund der Politik des AfD-Freunds Donald Trump teurer geworden - Heizen ist für manche Deutsche kaum noch bezahlbar. Und auch die Kosten für den ÖPNV legen ordentlich zu. Entlastet werden aber einmal mehr nur Vielfahrer - besonders jene mit dicken Karossen. Auch die Mineralölkonzerne werden auf Kosten des Steuerzahlers beschenkt. Dabei gibt es eine einfache und faire Lösung, zielgerichtet zu helfen. Ein Kommentar von Tobias Lill

Er ist einer der größten Unterstützer der AfD: Gerade erst wieder gratulierte Donald Trump der Partei zu ihren Wahltriumphen. Doch für die Hauptwählergruppen der Partei ist der US-Präsident der absolute Unheilbringer. Seine Zölle vernichten reihenweise deutsche Industriearbeitsplätze, und auch die unter AfD-Fans überrepräsentierten Freunde fossiler Energien sowie Vielfahrer gehören zu seinen Opfern. Aufgrund des Trump’schen Kriegsabenteuers am Golf explodieren die Energiekosten. Der Heizölpreis hat seit Januar um knapp 50 Prozent zugelegt. Für Superbenzin (E10) müssen Autofahrer derzeit gut 2,25 Euro hinblättern. Zu Jahresbeginn waren es noch gut 1,80 Euro. Ein Plus von 25 Prozent. Diesel zog im gleichen Zeitraum sogar um ein Drittel an.

Auch der Strompreis und die ÖPNV-Tickets wurden teurer – letztere sogar deutlich. Natürlich sind nicht alle Preisschübe Washington geschuldet: Wer mit Pellets heizt, muss derzeit ebenfalls ein Fünftel mehr berappen als noch zu Jahresbeginn. Viele Normal- und Geringverdiener spüren die explodierenden Energiekosten, müssen sich dafür oft anderweitig einschränken.

Die Münchner Krankenschwester juckt Schwarz-Rot nicht

Zwar sind fast alle Bevölkerungsgruppen betroffen. Doch die Debatte kreist wieder einmal nur um die Vielfahrer – die Familie, die unter hohen Heizkosten und teurerem Busticket ächzt, juckt Schwarz-Rot nicht. Beharrlich greift die Regierung auf ein Rezept zurück, das schon das letzte Mal Murks war: den Tankrabatt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Spritpreis wohl um 25 Cent sinken soll. Das Geschenk wird Milliarden kosten, die anderweitig eingespart werden müssen.

Einen Teil des Steuergelds dürften sich wieder die Ölkonzerne einschieben. Und während der Millionär seinen Porsche auf Kosten der Allgemeinheit ordentlich volltanken kann, geht die Münchner Krankenschwester, die sich angesichts der Horrormieten kein Auto leisten kann oder aus ökologischen Gründen darauf verzichtet, leer aus. Gerechter wäre eine Pauschalzahlung an Gering- und Durchschnittsverdiener – dann kommt das Geld bei jenen an, die es brauchen. 
 

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