Politik

Übergewicht kann krank machen. (Foto: dpa)

22.08.2026

Teures Übergewicht: Schon jedes zehnte Kind ist zu dick

Gesundheitsprävention muss früh starten – das kostet aber Geld

53,4 Prozent der Deutschen sind inzwischen übergewichtig oder sogar fettleibig. Damit steht das Land auch international schlecht da, beklagte jetzt Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er fordert vom neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) einen Neustart der Prävention.

Die Gesundheitsrisiken von Übergewicht sind, gerade in Kombination mit Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum, massiv. Die Grundlagen dafür werden in der Kindheit geschaffen. Deshalb plädiert der Mediziner dafür, viel stärker als bisher in Kitas und Schulen aufzuklären, wie wichtig gesunde Ernährung und Bewegung sind. Zu Hause lernen es viele Kinder offensichtlich nicht.

4,3 Prozent der Kinder haben extremes Übergewicht

Auswertungen des Robert-Koch-Instituts von Schuleingangsuntersuchungen der vergangenen Jahre zeigen, dass im Schnitt jedes zehnte Vorschulkind zu dick war. 4,3 Prozent der Kinder litten sogar unter extremem Übergewicht, die meisten von ihnen leben in sozialen Problemvierteln.

Um die Aufklärungsoffensive starten zu können, fordert KBV-Chef Gassen eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (ÖGD), also der Gesundheitsämter. Doch momentan bangt man dort noch um den Status quo: Ende des Jahres läuft nämlich nach fünf Jahren der Pakt für den ÖGD aus. 2021 hatte der Bund das rund 4 Milliarden Euro umfassende Programm gestartet, das Kommunen und Ländern helfen sollte, die Gesundheitsämter zu modernisieren. Eine Anschlussfinanzierung wird es nicht geben.

Auf eine Grünen-Anfrage im Bundestag antwortete jetzt das Bundesgesundheitsministerium, dass sich Bund und Länder zumindest auf eine Verstetigung der Personalstärken verständigt hätten. Man befinde sich dazu im Austausch. Heißt aber auch: Wirklich sicher ist noch nichts. (Thorsten Stark)
 

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