Politik

In der Bodensee-Region hat man ehrgeizige Pläne. (Foto: dpa/Silas Stein)

30.12.2022

Umweltfreundlich über den Bodensee schippern

Bayern will 2023 am Bodensee die Elektromobilität vorantreiben

Bayern will im kommenden Jahr die Elektromobilität am Bodensee vorantreiben. Der Freistaat hat im Jahr 2023 den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) inne. "Ein Ziel meiner Arbeit als IBK-Vorsitzende wird es sein, eine emissionsfreie Schifffahrt auf dem Bodensee auf den Weg zu bringen", sagte Bayerns Europaministerin Melanie Huml (CSU). Darüber hinaus gehe es aber auch um die klimaneutrale Mobilität an Land. Ihr liege ein Ausbau der Infrastruktur auf dem Bodenseeradweg, der einer der beliebtesten Radwege Europas sei, am Herzen, meinte Huml.

Die IBK ist seit einem halben Jahrhundert die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone in der Bodenseeregion. Neben Bayern sind auch Baden-Württemberg, sechs Schweizer Kantone, das österreichische Bundesland Vorarlberg sowie das Fürstentum Liechtenstein beteiligt. Nach der Übernahme des Vorsitzes durch Bayern soll der Ständige Ausschuss der IKB, der die Geschäfte der Konferenz führt, das nächste Mal am 17. März in Lindau tagen.

Im Jahr 2035 soll die gesamtte Bodensee-Flotte umweltfreundlich sein

Bei der Umstellung auf elektrisch betriebenen Schiffsverkehr auf dem See wurde im vergangenen Sommer ein erster großer Schritt getan. Die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) haben mit dem Schiff "Insel Mainau" das erste Elektro-Passagierschiff des Bodensees für den Linienverkehr in Betrieb genommen, es kann rund 300 Fahrgäste transportieren.

Die BSB wickeln einen erheblichen Teil des Verkehrs auf dem See ab und werden in den Sommermonaten zu einem großen Teil von Urlaubern genutzt. Im Jahr 2025 soll ein Schwesterschiff fertig sein, bis 2035 soll die gesamte BSB-Flotte dann auf umweltfreundliche Antriebe umgerüstet werden, kündigte das Unternehmen an. Die BSB sind eine Tochter der Konstanzer Stadtwerke.

Seit 2019 gibt es auch die sogenannte E-Charta Bodensee. Sie will in der Region den gesamter Verkehr elektrifizieren - vom E-Bike über E-Autos und E-Busse bis zu elektrisch betriebenen Zügen und Schiffen. Der Strom dafür soll vollständig aus erneuerbarer Energie bestehen. Laut IBK beteiligen sich 50 Unternehmen, Organisationen und Initiativen an dem E-Charta-Projekt.
(dpa)

 

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