Politik

Außenminister Johann Wadephul kritisiert Ungarns Blockadehaltung bei Ukraine-Hilfen deutlich. (Foto: dpa/Virginia Mayo)

23.02.2026

Ungarn blockiert Ukraine-Darlehen – Wadephul erstaunt

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine will die EU eigentlich ein klares Zeichen setzen. Scheitert das an Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban?

Bundesaußenminister Johann Wadephul wirft Ungarn vor, mit der Blockade eines wichtigen EU-Darlehens für die Ukraine seine eigenen Ideale und Interessen zu opfern. „Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit, für die europäische Souveränität, verrät“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel. Die ungarische Position erstaune ihn. Man werde an Ungarn mit Argumenten herantreten und diskutieren, sagte Wadephul.

Kritik aus Deutschland an Ungarns Kurs

Bei dem Außenministertreffen sollte eigentlich über weitere Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine beraten werden. Trotz der bereits im Dezember gefundenen EU-Einigung droht Ungarn jetzt aber, ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro zu blockieren. Auch ein neues Paket mit Sanktionsmaßnahmen will die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban zunächst verhindern.

Als Grund führt Orban an, die ukrainische Führung blockiere absichtlich die Wiederaufnahme von Öllieferungen über die Druschba-Pipeline. Diese sind nach ukrainischen Angaben durch russische Bombardierungen seit Ende Januar unterbrochen.

Der EU-Kredit soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine bis Ende 2027 decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. 60 Milliarden Euro des Geldes sind für die Verteidigung vorgesehen.

EU-Chefdiplomatin zeigt Unverständnis für Ungarns Position

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zeigte Unverständnis für Ungarns Position und wenig Optimismus für die heutigen Beratungen. „Wir sollten Dinge, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, nicht miteinander verknüpfen“, sagte Kallas. Man werde die ungarischen Argumente anhören und das Land zu überzeugen versuchen. „Aber da wir einige sehr deutliche Aussagen aus Ungarn gehört haben, glaube ich leider nicht, dass sie ihre Position heute ändern werden.“ (dpa)

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