Politik

Beim Sport, hier die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer, gehört das Singen der Nationalhymne dazu. Außerhalb ist das bei vielen verpönt. (Foto: dpa, Gladys Chai von der Laage)

25.01.2026

Verkrampfte Debatte um Nationalhymne: Einfach mal machen

Laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sollen an Schulen schon Ende Juli verpflichtend Bayern-, deutsche National- und Europahymne gesungen werden. Viele haben das kritisiert. Aber wäre ein unverkrampfterer Umgang mit der Hymne nicht sinnvoll? Ein Kommentar von Thorsten Stark

Eine Hymnenpflicht bei Schulveranstaltungen? Der erste Gedanke, der einem beim Plan von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in den Kopf kommt: Haben wir nicht genug andere Probleme in unserem Land? Doch nach reiflichem Überlegen könnte man auch fragen: Warum eigentlich nicht?

Bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer im Sommer wird man es wieder erleben können: Mannschaften aus aller Welt treffen aufeinander, und vor jeder Partie werden die Spieler lautstark und stolz ihre jeweilige Nationalhymne singen. Auch die deutschen Nationalspieler werden bei der deutschen Hymne mitsingen, zumindest die überwiegende Mehrheit. Die Fans werden wieder Flaggen und Fähnchen schwenken und sich womöglich auch in ihren Nationalfarben schminken – ein schönes Bekenntnis zum eigenen Land. In anderen Sportarten ist das Verwenden von Nationalsymbolen ebenso selbstverständlich – auch für Deutsche.

Abseits vom Sport verpönt

Aber wehe, man verlässt die sportliche Arena! Dann ist Schwarz-Rot-Gold bei vielen verpönt. Eine Flagge im Garten wird argwöhnisch beäugt. Und einfach mal laut die Nationalhymne anzustimmen? Wirkt irgendwie seltsam. Dieser verkrampfte Umgang hat natürlich mit der deutschen Geschichte zu tun. Mit einem entfesselten Nationalismus, der in die Katastrophe führte.

Doch das Bekenntnis zu Hymne und Flagge ist nicht nationalistisch. Damit wird kein anderes Land abgewertet. Es ist ein Bekenntnis zu den Werten, der Kultur und auch der Geschichte dieses Landes. Wenn nun der Ministerpräsident fordert, Bayern-, Deutschland- und Europahymne bei jeder Schulveranstaltung zu singen, ist das nicht verwerflich. Es ist ein Weg, einen gesunden bayerisch-deutsch-europäischen Verfassungspatriotismus in den Köpfen der jungen Menschen zu verankern. Die ersten Jahrgänge werden dieses von oben verordnete Bekenntnis möglicherweise verspotten wie die vielen Kritiker. Aber vielleicht entsteht mit den Jahren so ein neues Selbstverständnis. Man sollte es also einfach mal machen. 
 

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