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Die Statue Helmut Fischers an der Münchner Freiheit. (Foto: Lill)

10.01.2020

Konkurrenz für Monaco Franze

Die Statue des legendären Schauspielers Helmut Fischer an der Münchner Freiheit hat bessere Tage erlebt – nun soll sie bald Gesellschaft bekommen

Wer an diesem nassgrauen Dezembertag den Ort besucht, der Helmut Fischer geweiht ist, fragt sich unweigerlich, ob der als Monaco Franze bekannt gewordene Kultschauspieler sich so sein Andenken vorgestellt hätte. Denn wegen des Christkindlmarkts muss der Besucher schon genau suchen, bis er – eingezwängt zwischen Absperrgittern und Marktbuden – die Statue des als Parade-Münchner der wilden Achtziger geltenden Monaco entdeckt. Die freie Sicht auf die vorbeilaufende Damenwelt, wie sie die Kunstfigur Monaco Franze so gerne hatte, ist an diesem Tag jedenfalls arg eingeschränkt. Seit vielen Jahren ziert die Bronzeskulptur nun bereits die Münchner Freiheit, in direkter Nähe des gleichnamigen Cafés, in dem Helmut Fischer zu Lebzeiten Stammgast war.

Legendär sind Monaco Franzes – nach heutiger Gender-Diktion mitunter auch sexistischen – Weisheiten, die er in der gleichnamigen Erfolgsserie zum Besten gab. Als er und der ihn auf der Pirsch oft begleitende Manni Kopfeck im Tanzpalast zwei Frauen entdecken, die immer zu ihnen herüberschauen, ist für beide klar, dass das „a gmahde Wiesn“ ist. Und trotz seiner Liebe zum Spatzl (Ruth Maria Kubitschek) gibt es für Monaco bei seinen Aufreißtouren eine unwiderrückbare Gesetzmäßigkeit: „A bisserl was geht immer.“

„A bisserl was geht immer“

Er verkörperte das leichte Leben des Schwabinger Lebemanns, der so locker, aber nicht oberflächlich war, perfekt bis in jedes Detail. Und klar ist auch: Spätestens im Frühling wird die Statue des 1997 verstorbenen Fischers wieder eine freie Sicht sowie Sonne genießen. Mit der Exklusivität ist es für den ewigen Stenz aber wohl bald vorüber. Im November stimmte der städtische Kulturausschuss dem Bau einer weiteren Statue in unmittelbarer Nähe der Monaco-Statue zu.

Doch, weil diese ausgerechnet den filmischen Schöpfer des Monaco Franze, den ewig rauchenden Helmut Dietl zeigen wird, hätte Fischer wohl seine Freude. Dietl hatte in dem Café Fischer ebenso wie viele andere Kollegen gern zum Plausch getroffen. Dem 2015 verstorbenen Star-Regisseur verdanken die bayerischen Zuschauer Gassenhauer wie Kir Royal, Rossini, Der ganz normale Wahnsinnn oder Schtonk!. Dietl bestimmte lange das mediale Bild Münchens – zumindest mit. Der hier lebende Bildhauer Nikolai Tregor, der bereits die Helmut-Fischer- Plastik angefertigt hatte, wird als Bildhauer genannt. Er hat bereits eine Skizze gefertigt. Im Frühjahr 2020 könnte die Statue fertig sein. Dann wächst endlich zusammen was zusammengehört. (Tobias Lill)

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