Unser Bayern

Porträt Stubenrauchs. Foto: LANDESMUSEUM WÜRTTEMBERG

10.01.2020

Des Königs Geliebte

Amalie von Stubenrauch (1805-1876) war ein bayerischer Bühnenstar und die Gefährtin Wilhelms I. von Württemberg

Von Anfang an hätte ihr Leben Stoff für ein Theaterstück gegeben, ein Drama, ein Trauerspiel, eine Liebesgeschichte ohne Happy End. Die Geschichte reicht sogar noch weiter zurück: Liebesgeschichte und Drama auch bei ihren Eltern. Bereits der Beginn von Amalie von Stubenrauchs Leben gleicht einem Verwirrspiel. Wann war sie eigentlich geboren? Und wo? Es gibt kaum ein Jahr der ersten Dekade des 19. Jahrhunderts, das nicht als Geburtsjahr „der Stubenrauch“ angenommen worden wäre.

Mythen um die Geburt

Laut einem Nachruf soll sie 1808 zur Welt gekommen sein, nach anderen Angaben schon 1807. „Ungalante“, heißt es dort weiter, „nennen sogar 1806 als Jahr ihrer Geburt“. Es gab jedoch noch weit Ungalantere wie den Theaterkritiker Adolf Palm, der die Schauspielerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere kennen gelernt hatte und behauptete, Amalie sei mit dem Jahrgang gegangen, das heißt im Jahr 1800 geboren. Und Palm ergänzte in seinen Briefen süffisant: „Man weiß ja, die Damen beim Theater werden desto jünger, je älter sie werden!“ Der 4. Oktober 1805 ist die mehr oder weniger einzige amtliche Angabe, vermerkt auf ihrer Theater-Personalakte. Auch andere Indizien sprechen für dieses Datum.

Im Geheimen bleibt der Geburtsort, obwohl stets München als „Vaterstadt“ angegeben wurde. Hier ist sie auf jeden Fall aufgewachsen, hier hatte sie 1823 ihren ersten Auftritt und hier feierte sie erste Erfolge. Geboren aber wurde sie wohl irgendwo im riesigen k.u.k.-Reich, jedoch von bayerischen Eltern. Da diese keine Heiratserlaubnis erhalten hatten, war der Vater desertiert und hatte sich von Österreich anwerben lassen – man befand sich gerade in den Napoleonischen Kriegen, da wurde jeder Mann gebraucht. Im Habsburger Reich wurde geheiratet und die Mutter zog mit von Garnison zu Garnison.

Talent geerbt

Die kleine Amalie wird jedoch bei den Großeltern in München gewesen sein. Und von ihnen hat sie wohl das künstlerische Talent ererbt: Der Großvater war Hofmusiker. Amalies Leidenschaft allerdings galt dem Theaterspielen und bereits als junges Mädchen gab sie mit ihrer Freundin Elise Seebach – später Hofschauspielerin in München – kleine private Vorstellungen. Am 9. Dezember 1823 hatte sie dann ihren „ersten theatralischen Versuch“ auf der Münchner Hofbühne – damals im Cuvilliés-Theater – das große Opernhaus war gerade eine Brandruine und musste wieder aufgebaut werden. Der Auftritt wurde ein voller Erfolg. Die Zeitungskritiken waren durchwegs positiv.

Doch noch war es ein weiter Weg bis zum Bühnenstar. Noch war sie Elevin, das heißt, sie durfte zwar hin und wieder auftreten, bekam jedoch noch keine Gage. Doch am 28. September 1825 stand der große Durchbruch bevor. Man gab Preciosa, ein sentimentales Schauspiel mit Gesang von Pius Alexander Wolff, zu dem die Musik von Carl Maria von Weber stammte. Das Stück war eines der beliebtesten seinerzeit. Amalie von Stubenrauch spielte die Hauptrolle, die Zigeunerin Preciosa. Und das vor illustrem Publikum. König Maximilian I. mit Familie sowie Königin Friederike von Schweden applaudierten. Die Zeitungen überschlugen sich. Ein neuer Star war geboren... (Cornelia Oelwein)

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Ausgabe Januar/Februar von UNSER BAYERN, das der BSZ Nr. 2/2020 beiliegt.

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