Wirtschaft

Rumänische und polnische Erntehelfer dürften derzeit nicht einreisen. (Foto: Paul Zinken/dpa)

17.03.2020

Bauern sorgen sich um Erntehelfer

Einreiseerleichterungen verlangt

Die Bauern warnen wegen der geschlossenen Grenzen vor Engpässen bei der Ernte. Rumänische und polnische Erntehelfer dürfen derzeit wegen der Ausbreitung des Coronavirus nicht einreisen. "Um die Versorgung unserer Bevölkerung mit Obst und Gemüse auch im Ausnahmezustand weiter garantieren zu können, brauchen Sonderkulturbetriebe ihre bewährten Saisonarbeiter aus dem Ausland", teilte der Bayerische Bauernverband (BBV) am Dienstag mit. "Eine Lösung der Situation ist dringend erforderlich."

Gemüsebauern, die unter Glas oder Folie anbauen, seien jetzt schon betroffen, ebenso die Hopfenbauern. In den Hopfengärten werden derzeit die Stangen hergerichtet und Drähte gespannt. Bald geht es auch auf die Spargelernte zu.

"Grundnahrungsmittel und saisonale Produkte stehen in ausreichender Menge zur Verfügung und wir Bauern tun alles, damit die Regale in den Supermärkten weiterhin gefüllt sind", sagte der Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Walter Heidl. Die Landwirtschaft sei ein wichtiger Teil der Versorgungskette, aber nicht der einzige. Unklar sei etwa, wie es weitergehe, wenn etwa Molkereien oder Schlachthöfe schließen müssten - und wenn Tausende Saisonarbeitskräfte nicht nach Deutschland einreisen könnten.

Grenzen offen halten

Der Bauernverband habe sich deshalb an die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) gewandt. Auch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fordern die Bauern rasche Erleichterungen. Dabei habe man mehrere Vorschläge auf den Tisch gelegt. "Vorstellbar ist eine Offenhaltung der Grenzen und Transitregelungen, eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit und eine Ausweitung der geringfügigen Beschäftigung", sagte BBV-Sozialreferent Martin Wunderlich. "Wir können uns aber auch vorstellen, dass frei werdende Arbeitnehmer aus anderen Branchen innerhalb Deutschlands die Arbeiten der Saisonarbeitskräfte übernehmen." Besser wäre es aus Sicht des BBV allerdings, die seit Jahren eingesetzten Fachkräfte ins Land zu holen, da sie rascher und effizienter arbeiten könnten.

Einen ähnlichen Vorschlag zur Beschäftigung der Menschen, die derzeit wegen des eingeschränkten öffentlichen Lebens Zeit haben, unterbreitet die Initiative "Land schafft Verbindung". "Wir möchten hier auf unsere Notlage aufmerksam machen und Ihnen die Chance bieten, mit uns zu arbeiten, die Landwirtschaft besser kennen zu lernen und dabei die Kurzarbeitszeit zu nutzen. Dies ist eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit", heißt es dort.

Eine schwierige Personalsituation gebe es auch in den Ländern, die überwiegend Gemüse und Obst lieferten. In Spanien oder den Niederlanden könne es mit Saisonarbeitern bald eng werden - dann blieben Importe aus. "Und was jetzt nicht gesät und gepflanzt wird, kann im Sommer nicht geerntet werden", teilte die Initiative mit.
(Sabine Dobel, dpa)

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Kommentare (1)

  1. M. Russ am 19.03.2020
    In unserem Land leben geduldete Asylbewerber, die gerne als Erntehelfer arbeiten würden und könnten. Leider verhängen die Behörden in Bayern Arbeitsverbote für diesen Personenkreis. In anderen Bundesländern ist eine Arbeitsaufnahme durchaus möglich. Die Staatsregierung sollte dieses Potential nutzen.

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