Wirtschaft

Solar betriebenes Spielzeug kann großen und kleinen Kindern viel Freude bereiten. (Foto: Peg Perego)

10.12.2010

Das Christkind bringt Solarspielzeug

Plastikpüppchen, Powerhaus und Vespa: Wie sich Kinder ökologisch korrekt vergnügen

Wer ein originelles Weihnachtsgeschenk sucht, kann sich von den Ideen rund um die Kraft aus Sonnenlicht inspirieren lassen. Trotz der dunklen Jahreszeit funktionieren die Spielwaren prima. Und das Gute dabei ist: Die Präsente stärken das Bewusstsein für Umwelt, Klima, Natur, Zukunft. Sonnige Plastikpüppchen: Wir schreiben das Jahr 2010. Das Jahr, in dem sich Disneyfiguren von der Sonne (an-)treiben lassen. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Dumbo der Elefant, Aschenputtel, Schweewittchen, Igor der Esel oder Pu der Bär heißen jetzt „Disney Solar Friends“. Die insgesamt zehn Figuren aus Zeichentrickfilmen holen sich ihre Energie zum Bewegen und Tanzen aus einem gemeinsamen Solarladegerät, das wie eine kleine Hängematte aussieht. Gerade eine Minute soll die Stromfütterung dauern. (Von IMC Toys, Spanien, für Mädchen von fünf bis neun Jahren; etwa 20 Euro kostet das Starterset = Ladestation mit einer Figur; jede weitere Figur etwa 10 Euro.)
Innovatives Powerhaus: Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Haus aus Legosteinen. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen. Am „GEOlino Power-House“ lernen Kinder und Erwachsene, wie erneuerbare Energien Wärme und Strom liefern, und wie man diese natürlichen Quellen am besten nutzt. Und das in immerhin 100 Experimenten. „So spannend kann Physik sein“, steht in der Begründung der Toy-Award-Jury für diesen innovativsten Technik-Kasten des Jahres. (Von Franckh-Kosmos, Stuttgart, ab zehn Jahre; ca. 60 Euro.)
Schokoladenfondue, Made by the Sun: Ein Solarkocher für weniger als 10 Euro! „Mithilfe der Sonnenenergie kann sogar als ganz besonderes Highlight für Kinder umweltschonend Schokolade verflüssigt werden“, hat sich der Erfinder etwas Süßes ausgedacht. Wie wär’s mit selbstgemachten Schokofrüchten? Ein Parabolspiegel, ganz leicht zusammengesteckt, fängt die Sonnenstrahlen ein und konzentriert sie auf ein kleines Kochgefäß im Zentrum des Spiegels. Klappt an Sonnentagen selbst bei minus 20 Grad. (Von Franckh-Kosmos, ab acht Jahre; ca. 10 Euro.)
Stirling – Gegenwart oder Zukunft: Irgendwann einmal soll der Stirlingmotor in Satelliten, Raumschiffen oder in Heizungskellern Wärme und Strom gleichzeitig produzieren. Doch das ist Zukunft. Statt per Sonnenspiegel beheizt zu werden, funktioniert heute ein kleiner Modell-Stirling mit Spiritus und treibt beispielsweise eine griechische Windmühle an. Ein typisches (Weihnachts-)Geschenk für erwachsene Fachleute mit Spieltrieb, das aber auch Kinder nicht kalt lässt. (Bausätze zum Beispiel von Böhm-Stirling, ab 14 Jahre; ab 180 Euro.)
Wind, von der Sonne getrieben: „Gold und Silber lieb ich sehr“ – Metallene Flugzeuge und Hubschrauber mit rasenden Rotoren glänzen nur so um die Wette. Selbstverständlich solarbetrieben. Genau dasselbe Prinzip Solarstromantrieb gibt es bei Windrädern: Turbulenzen und Windstärke 6 sind hier unnötig. (Von Inpro Solar, Eurasburg, Wintech oder Sol-Expert Group, Ravensburg, nicht zum Spielen, nur zum Anschauen für jedes Alter; ab etwa 10 Euro.)
Elektro-Vespa für die Kleinsten: Sie ist richtig süß, die weiße Vespa mit rosa Verzierungen, natürlich aus Italien! Gemacht für die Allerkleinsten, mit zwei Stützrädern. Zwar sind E-Mobile speziell für Kinder bei uns für die Straße und für Gehwege gar nicht erst zugelassen, egal ob Elektro-Motorrad, -Roller oder -Quad. Dennoch: Bei genauem Hinsehen haben die Elektrofahrzeuge sogar den Öko-Touch. Denn die Batterien lassen sich auch an einer 12- oder 24-Volt-Photovoltaik-Anlage aufladen. Dezentral, versteht sich! (U.a. von Peg Perego / Italien, absdrei Jahre; ca. 250 Euro.)
RC-Renner mit Solar-Wasserstoffantrieb: Immerhin 60 km/h schnell ist er, der ferngesteuerte Rennwagen mit Brennstoffzelle, genannt H-Cell 2.0. Die Wasserstoff-Energie liefern „Hydrostik“s, kleine H2-Hydridspeicher. Die wiederum werden per Elektrolyseeinheit mit einem 70 Watt starken Solarmodul in einer Stunde gefüllt: Der Hydrostik wird einfach im Austausch ins Auto gesteckt. Das Chassis und das ganze Fernsteuersystem von Tamiya ist auch für langgediente RC-Fetischisten vertrauenswürdig. Die dürfte noch nicht mal der Preis abschrecken. Vielleicht eher die Tatsache, dass H-Cell 2.0 nicht die RC-Auto-übliche schrille Geräuschkulisse liefert. (Von Horizon / USA, ab 14 Jahre; ca. 1000 Euro.) (Heinz Wraneschitz)

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