Wirtschaft

Zum Ende des Winters sind Bayerns Gasspeicher leer wie nie. (Foto: dpa/Wolfgang Maria Weber)

23.02.2026

Leere Gasspeicher - Grüne fordern Bericht von Aiwanger

Zum Ende des Winters sind Bayerns Gasspeicher leer wie nie. Damit wächst die Abhängigkeit von teuren Flüssiggasimporten. Die Staatsregierung schweigt bisher dazu

Wegen der Rekord-Tiefstände in den bayerischen wie deutschen Gasspeichern fordern die Grünen einen Bericht von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Landtag. "Wir wollen wissen, wie die momentane Situation in Bayern ist und welche Maßnahmen die Staatsregierung ergreift, um langfristig Versorgungssicherheit zu schaffen und die teuren Gas-Abhängigkeiten zu reduzieren", sagte der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Stümpfig, der dpa in München. Es brauche Transparenz zur Versorgungslage und eine Strategie, wie die Staatsregierung Versorgungssicherheit schaffen und kostspielige Gasabhängigkeiten konsequent abbauen wolle. 

Im bundesweiten Vergleich sind die bayerischen Erdgasspeicher derzeit besonders leer. "Die aktuell alarmierend niedrigen Füllstände der bayerischen Erdgasspeicher machen deutlich, wie verletzlich das fossile Energiesystem weiterhin ist. Der Füllstand von rund 20 Prozent liegt erheblich unter dem Niveau der Vorjahre", betonte Stümpfig. Im Vergleichszeitraum 2025 sanken die Speicherfüllstände um weitere 14 Prozent bis Ende März. 

Gasspeicher Wolfersberg nur noch bei fünf Prozent 

Der Gasspeicher in Wolfersberg beinhaltete Ende Januar bereits nur noch fünf Prozent und steht damit kurz vor einem Leerstand. Ende Januar 2025 waren es noch 30 Prozent. Dies geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. In früheren Jahren hatte die Staatsregierung von CSU und Freien Wählern die Bundesregierung dafür massiv kritisiert und eine weitsichtigere Gasstrategie eingefordert. Aktuell ist nichts Derartiges zu vernehmen. Dafür kam auch von der AfD bereits massive Kritik; auch sie warf der CSU-geführten Staatsregierung untätig vor. 

"Statt entschlossen gegenzusteuern, fehlt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene an wirksamen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation", sagte Stümpfig. Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung sei ein zentrales Instrument zur Absicherung der Speicherbefüllung aufgegeben worden. Es zeige sich, dass der freie Markt alleine die Versorgungssicherheit nicht sicherstellen könne. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) habe es versäumt, frühzeitig Gas einzukaufen und einzuspeichern, wie es unter der Vorgängerregierung üblich gewesen sei. "Sie hat gepokert auf günstigere Gaspreise und verloren", betonte Stümpfig. 

Abhängig von teurem Flüssiggas

Die Folge ist ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine wachsende Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas (LNG), so Stümpfig. "Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und echter Energieunabhängigkeit." 

Die Bundesnetzagentur sieht dagegen in den historisch niedrigen Füllständen keinen Grund zur Sorge. Über Pipelines oder LNG-Terminals würde weiterhin genug Gas in Deutschland ankommen. Diese Ansicht vertreten auch das Bundeswirtschaftsministerium und Hauschefin Reiche. Neben der Frage, ob die Gasspeicher für den Restwinter ausreichen, gibt es Sorgen, ob für den nächsten Winter genug Gas eingelagert werden kann und zu welchem Preis.
(Marco Hadem, dpa)

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