Wirtschaft

Alexa+ versteht jetzt normale Sprache und kann sogar selbst Tische reservieren oder erkennen, ob der Hund schon gefüttert wurde. Was steckt hinter Amazons neuem KI-Update? (Foto: dpa/APA / picturedesk.com, Helmut Fohringer)

07.05.2026

Alexa ist jetzt noch schlauer

KI fürs Wohnzimmer: Amazon bringt Alexa+ nach Deutschland

Amazon bietet seine komplett überarbeitete Sprachassistentin Alexa+ nun auch in Deutschland an. Die auf generativer KI basierende Software soll deutlich natürlicher kommunizieren und komplexe Aufgaben selbstständig erledigen können, versprach der US-Konzern in Berlin. Gleichzeitig kündigte der Autohersteller BMW an, die Technologie als Basis für seinen neuen Sprachassistenten im Auto zu nutzen.

Wer bislang smarte Lautsprecher nutzt, kennt die engen Grenzen der Systeme. Um etwa in einem Smart Home die Geräte mit Sprache zu steuern, muss eine bestimmte Syntax eingehalten werden. Sonst versteht das System die Anweisungen nicht. Mit Alexa+ verspricht Amazon, dass jetzt natürlich gesprochene Dialoge funktionieren.

Im Auftrag der Nutzer im Netz unterwegs

Im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots soll die Amazon KI nicht nur als Suchmaschine mit Sprachausgabe dienen, sondern als echte Assistentin in der realen Welt agieren. So kann Alexa+ etwa selbstständig Tische in Restaurants über Plattformen wie OpenTable reservieren. 

Um in meinem vernetzten Zuhause nützlich zu sein, muss Amazons Software Wissen sammeln und analysieren. Eine große Rolle sollen dabei die Sicherheitskameras der Amazon-Marke Ring übernehmen. So etwa im Beispiel mit der Fütterung des Hundes: Die Erinnerung funktioniert, weil eine Ring-Kamera auf den Napf gerichtet ist und sieht, dass er noch kein Essen bekommen hat.

Genauso könnten Außenkameras von Ring in der Vision von Amazon auch erkennen, ob die blaue Papiertonne für die Müllabfuhr bereits an den Straßenrand gestellt wurde. 

Aufwertung von Amazon Prime

Während einer ab sofort startenden "Early Access"-Phase ist die Nutzung von Alexa+ in Deutschland kostenlos. Wer teilnehmen möchte, muss entweder ein neues Gerät (etwa den Echo Show 11 oder den Echo Dot Max) erwerben oder sich mit einem bereits vorhandenen, kompatiblen Echo-Gerät für eine Einladung registrieren.

Nach Abschluss der Testphase integriert Amazon den Dienst ohne Zusatzkosten in sein Prime-Abonnement. Wer kein Prime-Kunde ist, wird hingegen kräftig zur Kasse gebeten: Für sie ruft Amazon künftig einen vergleichsweise hohen monatlichen Preis von 22,99 Euro auf.

BMW integriert die neue Sprach-KI

Amazons neue Technologie bleibt nicht auf die eigenen Echo-Lautsprecher beschränkt. BMW verwies in Berlin auf eine weitreichende Partnerschaft mit Amazon. Der bayerische Automobilhersteller bringt die deutsche Version seines neuen "Intelligent Personal Assistant" auf die Straße, dessen technologische Grundlage der "Alexa Custom Assistant" von Amazon ist. Dabei werden spezifische Funktionen der neuen KI-Technologie Alexa+ tief in die Fahrzeugsoftware integriert.

Fahrer können künftig in natürlich formulierten Dialogen weitreichende Fahrzeugfunktionen steuern oder Routen mit mehreren Zwischenzielen planen, für die das System sogar erklärende Hintergrundinformationen liefert. Auf Wunsch lässt sich zudem das eigene Amazon-Konto verknüpfen, um nahtlos auf Musikstreaming-Dienste zuzugreifen. Der Startschuss für das System fiel bereits Mitte April 2026 im neuen BMW iX3 in Deutschland. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die dialogfähige KI dann schrittweise in weiteren BMW-Modellen verfügbar gemacht werden.
(Christoph Dernbach, dpa)

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