Wirtschaft

08.11.2019

E-Autos sind zu teuer

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Wieder einmal versucht die Bundesregierung, die E-Mobilität hierzulande anzuschieben. Höhere Kaufprämien und mehr Ladesäulen sollen es jetzt richten. Doch dürfte fraglich bleiben, ob beide Maßnahmen die Deutschen zum vermehrten Kauf von E-Autos bewegen werden.

Denn Fakt ist, dass sich die breite Masse der deutschen Verbraucher ein E-Auto trotz der Prämien immer noch nicht leisten kann. So lange man für rund 7000 Euro einen Neuwagen rumänischer Herkunft erstehen kann, wird man die Finger von einem mindestens 15.000 Euro teuren E-Fahrzeug französischer Provenienz lassen. Deutsche E-Autos sind für die meisten Endkunden hierzulande ohnehin unerschwinglich.

Doch mit den Anschaffungskosten allein ist es nicht getan. Nach einigen Jahren muss die Batterie des E-Fahrzeugs ersetzt werden, da durch die vielen Be- und Entladevorgänge der Akku am Ende ist. Deshalb schlägt monatlich noch die Batteriemiete zu Buche.

In Sachen Ladesäulen ist das Engagement des Bundes durchaus zu begrüßen. Aber auch dieses wird zu keinem E-Mobilitätsdurchbruch führen. So lange man als Mieter – und Deutschland ist nun mal ein Mieterland – keine Chance hat, vom Vermieter eine Ladeeinrichtung in der Tiefgarage oder vor dem Haus installiert zu bekommen, wird sich jeder gut überlegen, ob er das E-Abenteuer eingeht.

Reichweite von E-Autos, teils lange Ladezeiten, von Benzinern und Dieseln zugeparkte Ladeplätze sowie komplizierte Abrechnungssysteme fürs Laden sind angesichts der Kosten und der fehlenden Ladekapazitäten marginale Hindernisse.

Somit bleibt das Projekt E-Auto den Betuchten hierzulande vorbehalten. Sie besitzen meist Eigenheime, die problemlos mit einer Ladebox ausgestattet werden können, und sie besitzen auch genügend Geld, um ein E-Auto anschaffen zu können.

Insgesamt ist die E-Autoprämie mehr als fraglich. Während China zum Beispiel ab kommendem Jahr gar keine entsprechenden Kaufanreize mehr gewährt, was zum sofortigen Absatzeinbruch von E-Autos in der Volksrepublik führte, wirft der Staat hierzulande das Geld zum Fenster hinaus. Teure Doppelstrukturen für ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen und Wasserstofftankstellen will man jetzt in Deutschland aufbauen, anstatt sich auf die Wasserstofftechnologie zu fokussieren. Ein Schelm, wer dabei ans Pampern der Stromkonzerne denkt, die wegen des Atom- und Kohleausstiegs alternative Einnahmequellen brauchen.

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Deutschpflicht für Imame: eine sinnvolle Idee?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2019

Nächster Erscheinungstermin:
29.November 2019

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 30.11.2018 (PDF, 37 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.