Wirtschaft

Für US-Präsident Donald Trump gilt immer das Recht des Stärkeren. (Foto: picture alliance/KEYSTONE, LAURENT GILLIERON)

22.01.2026

Eine finanzpolitische Waffe gegen Trump

Bayern trennt sich von US-Staatsanleihen

Die Nachricht, dass der dänische Pensionsfonds US-Staatsanleihen in Höhe von 100 Millionen Euro abstößt, schaffte es immerhin in die Börsennachrichten. Gemessen am globalen Finanzvolumen sind das zwar nur Peanuts - aber sie belegen einen Trend, den die Amerikaner inzwischen spüren. Die Renditen für zehnjährige Bonds kletterten dort auf etwa 4,3 Prozent – es ist der höchste Stand seit rund vier Monaten. Auch der US-Aktienmarkt eröffnete mit einem Minus.

Dabei ist der Freistaat den Dänen längst ein gutes Stück voraus: „Im Bayerischen Pensionsfonds sind durch Exchange Traded Funds aus Gründen der Diversität auch US-Treasuries enthalten. Der Bestand wird seit Mai 2025 aus anlagestrategischen Gründen sukzessive abgebaut. Er beläuft sich aktuell auf rund 127 Millionen Euro“, heißt es auf Nachfrage aus dem bayerischen Finanzministerium.

Die Anlage der Mittel des Sondervermögens Bayerischer Pensionsfonds seien so anzulegen, „dass größtmögliche Sicherheit und Rentabilität gewährleistet sind“, so die Sprecherin von Ressortchef Joachim Füracker weiter. Angesichts der erratischen Politik von US-Präsident Donald Trump sieht man die wohl nur noch bedingt gewährleistet.

Noch nicht im Fokus

Mit US-Staatsanleihen haben die Mitgliedsländer der EU eine finanzpolitische Waffe in der Hand, die bisher noch nicht wirklich in den Fokus gerückt ist. Denn bei den Staatsschulden sind die Vereinigten Staaten extrem verwundbar. Insgesamt hält Europa US-Staatsanleihen in Höhe von 8 Billionen Dollar. Wenn Trump, was nicht auszuschließen ist, in Zukunft also wieder mit neuen Zöllen droht, könnte die EU über die Kapitalmärkte zum Gegenschlag ausholen.

Hintergrund: Mit Anleihen verschaffen sich Staaten frisches Kapital. Wenn die Nachfrage nach amerikanischen Bonds sinkt, fallen deren Kurse. Im Gegenzug steigen die Renditen. Für die US-Regierung würde das bedeuten, dass die Aufnahme neuer Schulden teurer wird.

„Zu den Spekulationen über solche Exit-Wünsche passt empirisch der Verfall des Dollars und der Höhenflug von Edelmetallen in den vergangenen Monaten“, so ein Münchner Finanzinsider, der nicht namentlich genannt werden möchte.
(André Paul)

 

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