Wirtschaft

In einigen Lagen ist die Lese allerdings schon seit Tagen im Gange.  (Foto: dpa/Sebastian Gollnow)

12.09.2022

Fränkische Winzer beginnen mit der Weinernte

Branche ist heuer durch Hitze und Trockenheit herausgefordert

Der Frankenwein-Jahrgang 2022 wird nach Einschätzung der Winzer ein erstklassiger. "Die Mostgewichte sind hervorragend", sagte Frankens Winzer-Präsident Artur Steinmann am Montag in Zeil am Main zum offiziellen Auftakt der Weinlese. Allerdings werde die Erntemenge nicht ganz an frühere Jahrgänge heranreichen. Die Reben seien kerngesund. "Das gibt blitzsaubere, reintönige Weine", sagte Steinmann. "Es sind große Weine, aber wir müssen auch davon leben können. Die Menge wird uns dieses Jahr etwas fehlen", ergänzte er. Dort, wo das Regenwasser allzu sehr fehlte, müsse auch im Keller noch etwas nachgearbeitet werden.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte zum offiziellen Auftakt der Lese, die in einigen Lagen witterungsbedingt bereits vor Tagen begonnen hatte, der Wassermangel sei für die Winzer eine große Herausforderung. Beim Wassermanagement für die fränkischen Weinberge brauche es mehr Tempo in der Verwaltung. Die Winzer wollen neben dem Auffangen von Regenwasser auch Wasser aus dem Main entnehmen, um Bewässerungssysteme für die Weinberge zu schaffen. Darüber gibt es Meinungsverschiedenheiten mit Umweltschützern, die eine Entnahme von Flusswasser nicht gutheißen.

"Das Jahr 2022 habe ich als trockenstes Weinjahr erlebt, seitdem ich mich im Weinbau erinnern kann", sagte Steinmann. "Wenn wir keine Bewässung für unsere Rebanlagen bekommen, wird es in 50 Jahren keinen Weinbau in Franken mehr geben", betonte er. Es gehe nicht darum, Grund- oder Trinkwasser zu verwenden. Vielmehr sei es nötig, das Regenwasser zu speichern, wenn es fällt, um es in trockenen Perioden vorrätig zu halten. "Das Wasser muss gespeichert werden, wenn es genügend vorhanden ist."

Bayers Umweltministerin Michaela Kaniber (CSU) sicherte zu, dass die Winzer mit Fördergeldern des Freistaates unterstützt würden. Sie betonte, beim Pflanzenschutz müsse die Reduzierung von Schadstoffeinträgen mit Weitsicht vorangetrieben werden. "Wir müssen hellwach sein, was Brüssel da plant", sagte sie. Bayern wolle seine Einträge von Planzenschutzmitteln bis zum Jahr 2028 um 50 Prozent reduzieren. Es dürfe aber keine Bevormundung geben und müsse auf das Prinzip Freiwilligkeit gesetzt werden, um jahrhundertealte Kulturlanschaften erhalten zu können.
Das Anbaugebiet Franken rund um die Mainschleife bei Würzburg gehört mit einer Anbaufläche von 6300 Hektar zu den kleineren Weinregionen in Deutschland. 2900 Winzerfamilien bauen in Franken Wein an. Die 200 Winzerdörfer Frankens sind inzwischen auch zum Touristenmagnet geworden. (dpa)
 

 

 

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