Wirtschaft

Deutschland ist laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf russische Energie-Sanktionen vorbereitet. (Foto: dpa)

12.05.2022

Gassanktionen aus Moskau

Gas-Transit durch die Ukraine geringer

Deutschland ist nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf die von Russland angekündigten Sanktionen im Energiesektor eingestellt. "Wir haben uns auf die Situation vorbereitet", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Der Markt könne den Gasausfall aus Russland kompensieren.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) würdigt angesichts ser russischen Sanktionen die Rolle Norwegens für die Versorgung Deutschlands mit Erdgas: „Norwegen ist nach Russland der wichtigste Gaslieferant Deutschlands. Es ist für unsere Wirtschaft existenziell, dass die Lieferreduktion aus dem Osten durch Norwegen ausgeglichen wird. Diese traditionell enge und technisch bewährte Partnerschaft müssen wir jetzt dringend auf den Bereich Wasserstoff ausweiten." Die bestehende Erdgas-Infrastruktur sei für eine künftige Wasserstoffnutzung ein Startvorteil.

Nach den von Russland verhängten Sanktionen gegen ehemalige Tochtergesellschaften von Gazprom im Ausland ist der Gas-Transit durch die Ukraine nach Europa deutlich gefallen. Das Auftragsvolumen für die Durchleitung russischen Gases lag nach Angaben des ukrainischen Netzbetreibers OGTSU am Donnerstag bei nur noch 53,2 Millionen Kubikmeter.

Laut dem aktuellen Transitvertrag können täglich maximal 110 Millionen Kubikmeter russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden. Am Dienstag lag das Auftragsvolumen nach russischen Angaben noch bei 95,8 Millionen Kubikmetern. Am Mittwoch war die Gasmenge auf 72 Millionen Kubikmeter gefallen, weil die Ukraine kriegsbedingt einen Strang durch die schwer umkämpfte Region Luhansk geschlossen hatte. Nun ist sie noch einmal um mehr als ein Viertel gefallen.

Ob der drastische Rückgang mit den Sanktionen zusammenhängt, ist offen. In den vergangenen Wochen wurden mehrfach vergleichbare Mengen durch das ukrainische Pipelinesystem geleitet. Zuletzt war die Transitmenge am 24. April mit 53 Millionen Kubikmetern ähnlich niedrig.
Am Mittwoch hat die russische Regierung Geschäfte mit Gazprom Germania und anderen ehemaligen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Gazprom im Ausland untersagt. Die Regelung betrifft insgesamt 30 Firmen in Europa und eine in den USA und gilt vorerst bis zum 30. September. Gazprom Germania war Anfang April unter staatliche deutsche Kontrolle gestellt worden.
(rs, dpa)

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