Wirtschaft

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nimmt schon mal am Steuer eines Lkw Platz, der demnächst auf Wasserstoffantrieb umgerüstet wird. (Foto: Schweinfurth)

02.10.2020

Genug geredet

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger startet ein Förderprogramm für 100 Wasserstoff-Tankstellen in Bayern

Bayern will die Wasserstoffwirtschaft ins Laufen bringen. Darum hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) am Mittwoch an einer seit vier Jahren bestehenden Waserstoff-Tankstelle in Nürnberg-Langwasser ein Förderprogramm für 100 Wasserstoff-Tankstellen im Freistaat symbolisch gestartet. „Beim Thema Wasserstoff ist jetzt genug geredet, jetzt wird umgesetzt“, sagte er.

Mit 50 Millionen Euro Fördersumme wird das bayerische Wirtschaftsministerium bis 2023 die Basis für eine Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur legen. Damit werde Bayern das erste Bundesland mit einer H2-Tankstelleninfrastruktur sein.

Außerdem betonte Aiwanger, dass er bei den bayerischen Fahrzeugherstellern Audi, BMW und MAN Druck macht, damit diese Pkw beziehungsweise Lkw mit Wasserstoffantrieb „von der Stange produzieren“. Bei BMW sei schon eine entsprechende Kleinserie in Vorbereitung. Dem Minister zufolge wünschen sich viele Menschen einen sauberen Antrieb in ihrem Auto. „Aber damit muss man auch 500 Kilometer weit fahren können und nicht alle zwei Stunden laden müssen“, unterstrich der Wirtschaftsminister.

Baustein einer Strategie

„Das Tankstellen-Förderprogramm ist ein weiterer Baustein in unserer Strategie, Wasserstoff als wichtigen Energieträger für die Mobilitäts- und Energiewende zu entwickeln. Wir fördern bayerische H2-Technologie, um unsere Wirtschaft und Industrie fit zu machen für den wachsenden internationalen Wasserstoffmarkt“, erklärte Aiwanger.

Bayern hat bereits im Sommer 2019 mit dem „H2.Bayern“ eine zentrale Koordinierungsstelle für die bayerische Wasserstoffwirtschaft gegründet. Zugleich entstand ein Bündnis mit inzwischen über 100 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen. Im Mai 2020 legte Wirtschaftsminister Aiwanger als Treiber der Wasserstoff-Aktivitäten in der Staatsregierung eine „Bayerische Wasserstoff-Strategie“ vor. Einige Zeit später folgten die Bundesregierung und die EU mit eigenen Strategien.

„Wir werden Made in Bavaria zu einem Wasserstoff-Gütesiegel entwickeln. Wir vernetzen unsere hervorragenden Forscher mit den innovativen Unternehmen des Freistaats, um den Hightech-Standort Bayern zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und zugleich mit dem Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger die Mobilitäts- und Energiewende voranzubringen“, erklärte Aiwanger.

Mit dem am 1. Oktober 2020 startenden Programm werden öffentliche (90 Prozent Förderung möglich) und nichtöffentliche Wasserstofftankstellen (zwischen 40 und 60 Prozent Förderung möglich) für Nutzfahrzeuge, Busse sowie Logistikfahrzeuge unterstützt. Im Sinne des Baukastenprinzips fördert der Freistaat zudem anteilig und bedarfsgerecht Elektrolyseure zur Erzeugung von grünem Wasserstoff vor Ort wie auch die Anschaffung von H2-Nutzfahrzeugen und Bussen sowie Logistikfahrzeugen in Kombination mit betriebsinternen Tankstellen. Auch die Umrüstung von Bussen und Lkw auf Wasserstoffantriebe wird gefördert. „Damit schaffen wir neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für Tankstellen-Standorte in der breiten Fläche: an kommunalen Betriebshöfen, bei Stadtwerken, für Fuhrpark- und Omnibusunternehmen“, so Aiwanger.
(Ralph Schweinfurth)

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Kommentare (1)

  1. SEGE am 03.10.2020
    Woher kommt der dazu benötigte Wasserstoff? Elektrolyse ist Stromintensiv. Woher kommt dieser Strom? Gibt soviel überschüssigen, grünen Strom? Wirkungsgrad von Wasserstofffahrzeugen viel schlechter als bei reinen Batteriefahrzeugen.

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