Wirtschaft

Der Zins- und Provisionsüberschuss der BayernLB blieben 2025 auf nachhaltig hohem Niveau. (Foto: Friedrich H. Hettler)

09.03.2026

Gutes Kundengeschäft in allen Segmenten

Die BayernLB erzielte im Geschäftsjahr 2025 insgesamt solide Erträge

Trotz einer bereits drei Jahre dauernden Rezession in Deutschland habe die BayernLB, so deren Vorstandsvorsitzender Stephan Winkelmeier im Rahmen eines Bilanzpressegesprächs, ein gutes Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftet. Auf Basis vorläufiger Zahlen hat die BayerLB im Jahr 2025 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1375 Millionen Euro erzielt (Vorjahr.: 1579 Millionen Euro) erzielt. Der Vorjahreswert sei, so Winkelmeier, von außerordentlichen Ergebniseffekten, unter anderem Beitragsrückerstattungen, begünstigt gewesen. Zum Jahresergebnis hätten alle Kundensegmente einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet, betonte der BayernLB-Chef. Das Konzernergebnis (nach Steuern) lag bei 1028 Millionen Euro (2024: 1228 Millionen Euro). Die erzielten Zahlen seien ein Beleg dafür, dass das Geschäftsmodell der BayernLB funktioniert, so Winkelmeier.

Leistungsfähiger und verlässlicher Partner

„Unser Jahresergebnis spiegelt die Robustheit unseres Geschäftsmodells und die Stärke unserer Tochter DKB wider. Trotz des gesunkenen Zinsniveaus haben wir insgesamt solide Erträge erzielt. Mit unserer komfortablen Kapitalausstattung stehen wir unseren Kunden auch in geopolitisch und konjunkturell anhaltend herausfordernden Zeiten als leistungsfähiger und verlässlicher Finanzpartner zur Seite“, so der Vorstandsvorsitzende.

Der Zinsüberschuss des BayernLB-Konzerns lag mit 2,656 Milliarden Euro weiterhin auf hohem Niveau (Vorjahr: 2,720 Milliarden Euro). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert laut Winkelmeier vor allem aus dem gesunkenen Zinsniveau. Die Erträge aus dem Einlagen- und Kreditgeschäft der DKB wiesen einen positiven Trend auf. Der Provisionsüberschuss stieg auf 554 Millionen Euro (2024: 531 Millionen Euro). Die Steigerung gehe insbesondere auf Volumenwachstum im Geschäft mit Unternehmenskunden bei der BayernLB zurück, erklärte Winkelmeier. Der erwartungsgemäß geringere Ergebnisbeitrag aus dem Kartengeschäft der DKB werde aber durch die positive Entwicklung beim Geschäftskunden- und Wertpapiergeschäft abgemildert.

Der BayernLB-Konzern hat eine Risikovorsorge in Höhe von – 375 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr: – 491 Millionen Euro). Bei der BayernLB wurde Risikovorsorge im Geschäftsfeld Unternehmenskunden vor allem aufgrund einer Erhöhung des Post Model Adjustments zur Abdeckung geopolitischer Risiken gebildet. Zudem habe Vorsorgebedarf in wenigen Einzelfällen bestanden, erklärte der Bank-Chef.

Im Immobilien-Portfolio der BayernLB waren aufgrund des nach wie vor schwierigen Marktumfelds Zuführungen im Wesentlichen bei Gewerbeimmobilien notwendig. Ein zusätzliches negatives Bewertungsergebnis in Höhe von 61 Millionen Euro, das im Wesentlichen dem Immobilienbereich zuzurechnen ist, wurde im Fair Value-Ergebnis abgebildet, berichtete Winkelmeier. Bei der DKB entfiel die Risikovorsorge vor allem auf den Privatkundenbereich. Der Bestand an Post Model Adjustment (PMA) für mögliche weitere adverse Entwicklungen zur Abdeckung geopolitischer Risiken wurde im Konzern auf 412 Millionen Euro erhöht (2024: 378 Millionen Euro).

Die NPL-Quote, die den Anteil notleidender Kredite am Gesamtkreditvolumen abbildet, habe sich aufgrund von ersten Erholungseffekten im Immobilien-Portfolio sowie des Rückgangs des NPL-Bestands im Corporates-Portfolio auf 1,0 Prozent (Vorjahr: 1,2 Prozent) verbessert, freute sich der Vorstandsvorsitzende.

Das Fair-Value-Ergebnis betrug 305 Millionen Euro (2024: 360 Millionen Euro). In dem Rückgang spiegeln sich laut Winkelmeier unter anderem Marktwertveränderungen im Kredit- und Handelsgeschäft wider. Die sonstigen Ergebnisbestandteile verringerten sich auf 7 Millionen Euro (Vorjahr: 159 Millionen Euro). Der Vorjahreswert sei von hohen außerordentlichen Ergebniseffekten vor allem aus Beitragsrückerstattungen begünstigt gewesen.

Investitionen in
die IT-Infrastruktur

Der Verwaltungsaufwand des BayernLB-Konzerns lag bei 1,697 Milliarden Euro (2024: 1,602 Milliarden Euro). Den Anstieg führte Winkelmeier auf tarif- und inflationsbedingte Kostensteigerungen sowie Investitionen in Projekte und die IT-Infrastruktur zurück.

Die Bilanzsumme des BayernLB-Konzerns lag bei 276,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 267,7 Milliarden Euro). Der Konzern verfügt nach den Worten des BayernLB-Chefs über eine solide Kapitalbasis. Die Cost-Income-Ratio (CIR) lag bei 48,2 Prozent (2024: 42,5 Prozent), während die Eigenkapitalrentabilität (RoE) 10,5 Prozent betrug (Vorjahr: 12,8 Prozent).

Das Vorsteuerergebnis im Segment „Immobilien & Sparkassen/Finanzinstitutionen“ fiel mit 226 Millionen Euro deutlich höher aus als im Vorjahr (125 Millionen Euro). Der Ergebnisanstieg geht laut Winkelmeier vor allem auf den zwar weiterhin erhöhten, im Vergleich zum Vorjahr aber geringeren Risikovorsorgebedarf im Geschäftsfeld „Immobilien“ zurück. Zusätzliche Risikovorsorge im Immobiliengeschäft wurde im Fair-Value-Ergebnis abgebildet.

Das Segment „Corporates & Markets“ erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 140 Millionen Euro (2024: 239 Millionen Euro). Trotz anhaltender konjunktureller Schwäche konnten Zins- und Provisionsüberschuss im Segment infolge erfolgreicher Ausweitung des Neugeschäfts deutlich gesteigert werden, berichtete der Vorstandsvorsitzende. Der Rückgang des Segmentergebnisses resultiere in wesentlichem Umfang aus den im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Zuführungen zur Risikovorsorge von 124 Millionen Euro (Vorjahr: 15 Millionen Euro), unter anderem durch Erhöhungen des Post Model Adjustments (PMA) für mögliche zukünftige adverse Entwicklungen.

Das Segment „DKB“ hat mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,175 Milliarden Euro den Wert des erfolgreichen Vorjahrs nochmals übertroffen (Vorjahr: 1,116 Milliarden Euro). Der Zinsüberschuss erhöhte sich infolge eines guten Kreditneugeschäfts und Erfolgen in der Einlagensteuerung leicht auf 1,859 Milliarden Euro (2024: 1,848 Milliarden Euro), Belastungen aus dem niedrigeren Zinsniveau konnten kompensiert werden, so Winkelmeier.

Es fehlt an notwendigen Entscheidungen

Für den BayernLB-Chef ist sein Haus ein Hort der Stabilität und verlässlicher Partner für die Kunden. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind seinen Worten zufolge trübe. Es fehle an dringend notwendigen Entscheidungen. Ein bloßes Verwalten ist für ihn kein Rezept den Wirtschaftsstandort zu sichern.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der BayernLB-Konzern ein Vorsteuerergebnis in einer Bandbreite von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. Angesichts erheblicher geopolitischer Risiken und wirtschaftlicher Herausforderungen sie die Prognose, so Winkelmeier, jedoch mit einem erhöhten Maß an Unsicherheit behaftet. (Friedrich H. Hettler)
 

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