Wirtschaft

Verpackungen aus Wellpappe können auch schön sein. (Foto: Schweinfurth)

02.10.2015

„Hallo, ich bin dein Paket!“

Europäische Leitmesse „Fachpack“ zeigt die Zukunft der Verpackungen

Der Siegeszug des Online-Handels scheint unaufhaltsam zu sein. Kein Gebundensein an Öffnungszeiten, kein unfreundliches Personal, keine Gedränge an den Kassen und eine riesige Auswahl sind die Vorteile des Einkaufens im Internet. Plus: Das Ganze wird einem ins Haus geliefert.

Davon profitiert auch die Verpackungsmittelbranche, die sich diese Woche auf der europäischen Leitmesse Fachpack (1568 Aussteller) in Nürnberg traf. „Während sich andere Wirtschaftszweige teils schwer tun mit dem Internet, ist ihre Branche, die bereits 150 Jahre alt ist, begeistert vom Netz“, sagte Deutschlands Online-Guru Sascha Lobo beim „Forum Wellpappe“. Die Erfindung der Wellpappe und damit der Start der Verpackungsindustrie fand Lobo zufolge 1856 in Großbritannien statt.

Verpackungsmittelindustrie floriert


Weil der Online-Handel boomt, floriert auch die Verpackungsmittelindustrie. Denn die Waren müssen sicher zu den Kunden geliefert werden. Nach Zahlen des Branchenverbands BITKOM werden pro Jahr 2,5 Milliarden Sendungen in Deutschland verschickt – Tendenz steigend. Denn der Online-Handel, der heute 13 Prozent des Einzelhandels hierzulande ausmacht, werde in den nächsten zehn Jahren auf bis zu 40 Prozent steigen. Waren es 1999 noch rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz im Online-Handel, so sind es laut BITKOM jetzt über 39 Milliarden Euro. 51 Millionen Deutsche würden bereits im Netz einkaufen.

Doch der Online-Handel ist für die Verpackungsmittelhersteller kein Selbstläufer. So verweist Christian Rauch, Geschäftsleiter des Zukunftsinstituts, auf den strategischen Vorteil der Wellpappe: „Sie ist recyclebar.“ Das müssten die Hersteller noch stärker kommunizieren. Denn ökologisch korrektes Handeln sei ein sich noch weiter verstärkender Trend. „53 Prozent der Deutschen wollen nachhaltig einkaufen“, so Rauch. Das Bewusstsein für Verpackungen als Wertstoff werde zunehmen.

Videos vom Paket-Auspacken im Netz liegen im Trend


Einen ganz anderen Trend illustrierte Internetexperte Lobo. Die Wellpappe-Hersteller müssten sich auf das Selbstinszenieren der Menschen in den sozialen Netzwerken einstellen. Auf Youtube gibt es Lobo zufolge unzählige Videos zum so genannten unboxing, dem Auspacken. Hierfür sollten die Hersteller bunte Kartons ermöglichen, die persönlich wirken. „Ich will von meinem Paket begrüßt werden: So etwa: Hallo Sascha, ich bin dein Paket“, so Lobo.

Auch die Ausstattung der Kartons mit Chips, um in Echtzeit den Sendungsverlauf zu verfolgen, könnte ein Kundenwunsch sein. „Ich will sehen, wie sich das Paket bewegt“, meinte Lobo. Vom Hersteller über das Warenverteilzentrum zum Kunden, so stellt sich der Online-Guru die Zukunft der Sendungsverfolgung vor. „Und der Chip könnte auch noch die kinetische Energie messen. Wenn diese plötzlich extrem hoch ist, weiß man, dass das Paket heruntergefallen ist.“ Auf diese Weise wäre man vorgewarnt, den Inhalt des Sendung genau auf eventuelle Schäden zu prüfen. Die über 300 Teilnehmer des „Forums Wellpappe“, das unter dem Motto „#verpackungderzukunft – So wird digital real!“ stand, waren begeistert.
(Ralph Schweinfurth)

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Kommentare (1)

  1. Johann am 02.10.2015
    Ich bestelle nur noch online! Geht schneller, größere Auswahl! Produkte sind nach Qualität und Bestandteile erkennbar.

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