Wirtschaft

In Deutschland sind mittlerweile mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Gerade gibt es wieder einen Schub b ei Neuinstallationen. (Foto: dpa/Sven Simon, Frank Hoermann)

14.07.2026

Irankrieg und Sparpläne der Bundesregierung lösen Solarboom aus

Deutschlands Solarinstallateure haben derzeit alle Hände voll zu tun. Die Sonderkonjunktur ist auf den Irankrieg und die Bundespolitik zurückzuführen

Der Irankrieg und Kürzungspläne der Bundesregierung haben den Ausbau der Solarenergie in Deutschland im ersten Halbjahr befeuert. Nach vorläufigen Zahlen gingen von Anfang Januar bis Ende Juni neue Solaranlagen mit einer addierten Leistung von insgesamt knapp 7,4 Gigawatt-Peak ans Netz. Das waren neun Prozent mehr als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres, wie der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin mitteilte. Quelle der Auswertung sind die Daten der Bundesnetzagentur.

Demnach sind in Deutschland mittlerweile mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Eigentlich hatte sich die Nachfrage der privaten Hausbesitzer im vergangenen Jahr abgekühlt. 

Zahlen könnten noch nach oben korrigiert werden

Der Beginn des Irankriegs Ende Februar und das von der Bundesregierung geplante Ende der Förderung für private Solaranlagen haben jedoch das Interesse nach Einschätzung des Verbands wieder steigen lassen. Folge der angekündigten Einstellung der Solarzuschüsse ist laut BSW Solar ein Vorzieheffekt. Der Verband geht davon aus, dass die Zahlen für das erste Halbjahr wegen der erwarteten Nachmeldungen noch nach oben korrigiert werden. Nach den Erfahrungen der Vorjahre könnten demnach im ersten Halbjahr sogar bis zu 8,3 Gigawatt-Peak Solarleistung neu installiert worden sein. 

Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig appellierte an die Bundesregierung, beim Ausbau der Solarenergie nicht auf die Bremse zu treten. "An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei", sagte Körnig. (dpa)
 

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