Wirtschaft

Noch gibt es genug Flugbenzin in Deutschland. (Foto: dpa/SVEN SIMON, Frank Hoermann)

06.05.2026

Israel liefert Kerosin nach Deutschland

Über eine bestehende Partnerschaft kommen zusätzliche Treibstofflieferungen in Sicht

Angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten durch den Iran-Krieg will Israel Deutschland mit Lieferungen von Flugzeugtreibstoff beispringen. Im Rahmen einer bestehenden Energiepartnerschaft habe Israel in Aussicht gestellt, durch Lieferungen von Kerosin und Erdgas zu unterstützen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage in Berlin mit. Angaben zu Details und Mengen lägen nicht vor, da Unternehmen die Verträge machten. 

Die Bundesregierung und das Ministerium flankierten prinzipiell eventuelle Lieferungen mit Gesprächen, erläuterte eine Sprecherin des Ressorts. Das Ministerium befinde sich mit mehreren Ländern in konstruktiven Gesprächen, darunter auch mit Israel. 

Zuvor hatten Israels Außen- und Energieministerium mitgeteilt, angesichts der Blockade der Meeresstraße von Hormus Kerosin nach Deutschland zu liefern. Außenminister Gideon Saar habe bei einem Besuch am Dienstag in Berlin auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) informiert.

Ministerium: Derzeit keine Versorgungs-Knappheit 

Das Bundeswirtschaftsministerium betonte grundsätzlich: "Es gibt derzeit keine physischen Energieknappheiten in Deutschland." Man beobachte die Lage aber weiter aufmerksam und sei in engem Austausch mit der Branche, um zielgerichtete Gegenmaßnahmen schnell zu ergreifen, wenn sie nötig würden.

Bei einem "Kerosin-Roundtable" am 20. April hätten Mineralölwirtschaft und Luftfahrt übereinstimmend berichtet, dass derzeit noch keine physischen Knappheiten eingetreten seien. Sollte dies auch Europa betreffen, werde man weitere Maßnahmen und Vorsorge treffen. "Wir sind in der Lage bei eventuell auftretenden Problemen nachzusteuern", sagte die Sprecherin. 

Mit dem Iran-Krieg hat sich der Preis für Kerosin mehr als verdoppelt, Experten warnen vor möglichen Engpässen im Sommer auch für Deutschland.
(Sascha Meyer, dpa)

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