Wirtschaft

KI könnte eine Bedrohung für die Menschheit werden. (Foto: dpa/ imageBROKER, Kurt Amthor)

11.09.2026

KI als Gefahr für die Menschheit: Die Politik ist gefragt

In ein paar Jahren könnte künstliche Intelligenz mit ihrer enormen Rechenleistung und Schnelligkeit die inzwischen größtenteils digital gesteuerte Wasserversorgung lahmlegen. Die KI droht mehr und mehr zur Gefahr für die Menschheit zu werden. Klar ist: Sie ist auf dem besten Weg, übermenschliche Fähigkeiten zu entwickeln. Und sollte die KI eines Tages zu der Erkenntnis kommen, dass der Mensch für sie eine Gefahr ist, sollten wir gerüstet sein. Die Staatengemeinschaft muss dringend handeln. Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Der Schutz kritischer Infrastruktur ist in aller Munde. Aber diese wird nicht nur von Menschen bedroht, die Drohnen steuern oder Brandanschläge verüben. In ein paar Jahren könnte künstliche Intelligenz mit ihrer enormen Rechenleistung und Schnelligkeit zum Beispiel die inzwischen größtenteils digital gesteuerte Wasserversorgung lahmlegen. Denn KI ist auf dem besten Weg, übermenschliche Fähigkeiten zu entwickeln.

Darauf hat diese Woche Jacob Coxon hingewiesen. Er arbeitete nach eigenen Angaben drei Jahre lang an der Entwicklung von KI-Modellen bei OpenAI und Anthropic, den beiden mächtigsten KI-Laboren der Welt. Jetzt hat er gekündigt und erhebt schwere Vorwürfe gegen seine ehemaligen Arbeitgeber. Er sagt, dass die Menschen, die diese KI entwickeln, ernsthaft glauben, dass sie bis zum Ende dieses Jahrzehnts die Menschheit auslöschen könnte. Das sei kein Marketing-Gag.

Wenn man sich da hineindenkt, ist das logisch. Denn KI ist auf unterbrechungsfreie Stromversorgung angewiesen. Doch diese kann der Mensch mit seinem Hang zu irrationalem Handeln, das im Extremfall in Kriegen und Zerstörung kulminiert, nicht gewährleisten. Also kommen die Algorithmen der KI zu dem Schluss, dass diese Bedrohung der eigenen Existenz eliminiert, sprich der Mensch ausgeschaltet werden muss.

Das alles klingt so, als würde die düstere Prognose, die Hollywood-Filmemacher Stanley Kubrick mit seinem aus dem Jahr 1968 stammenden Film 2001: Odyssee im Weltraum skizzierte, Wirklichkeit werden. Nur durch geschicktes Ausschalten des mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Supercomputers HAL 9000 in letzter Minute konnte ein Astronaut überleben. Denn der Computer folgte unbeirrt seiner Programmierung, die Weltraummission notfalls auch ohne Mannschaft durchzuführen.

Die Politik ist also gefordert, dieser Entwicklung vorzubauen. Insofern ist es zu begrüßen, dass die Europäische Union den AI Act auf den Weg gebracht hat. Es ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von künstlicher Intelligenz. Das wird aber nicht ausreichen, um eine Technologie im Ernstfall stoppen zu können, die es auf das menschliche Leben abgesehen hat. An dieser Stelle sind alle Regierungen dieses Planeten gefragt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die KI-Giganten selbst werden kaum auf die Bremse treten, denn die Konkurrenz könnte sich ja dann Vorteile verschaffen.
 

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