Wirtschaft

Dank KI könnten viele Firmen in den nächsten Jahren Arbeitsschritte automatisieren, die bisher von Menschen erledigt wurden. In der Industrie ist der Anteil besonders hoch. (Foto: picture alliance/CHROMORANGE/Elke Münzel)

05.06.2025

Jobkiller KI

Vor allem in der Inudstrie können Arbeitsschritte automatisiert werden

Der vermehrte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der deutschen Wirtschaft wird voraussichtlich in den nächsten Jahren in etlichen Firmen Stellenabbau nach sich ziehen. In einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts sagte mehr als ein Viertel (27,1 Prozent) der befragten Unternehmen, dass sie in den kommenden fünf Jahren KI-veranlassten Stellenabbau erwarten.

Sehr viel höher ist dieser Anteil mit über einem Drittel (37,3 Prozent) in der Industrie, dem wichtigsten Wirtschaftszweig. Überdurchschnittlich hoch ist die Quote auch im Handel, in dem laut Ifo knapp 30Prozentder Unternehmen mit KI-bedingtem Stellenabbau rechnen.

Erwartung: Wenn Personal abgebaut wird, dann spürbar

Über alle Branchen hinweg erwarten laut Umfrage zwei Drittel der Unternehmen keine KI-bedingte Veränderung ihrer Stellenzahlen. Gut fünf Prozent der teilnehmenden Firmen gehen davon aus, dass sie dank KI künftig ihr Personal sogar aufstocken können.

Doch wenn das Personal wegen des Einsatzes von KI verkleinert werden sollte, erwarten die jeweiligen Firmen laut Umfrage Reduktionen in durchaus spürbarem Umfang: im Schnitt um rund 8 Prozent.

Einen kurzfristigen KI-Effekt auf dem deutschen Arbeitsmarkt in der unmittelbaren Zukunft erwarten die Münchner Ökonomen nicht: "Momentan loten die Unternehmen aus, in welchen Feldern KI Produktivitätsgewinne bringt. Bis sich das in messbare Effekte auf dem Arbeitsmarkt übersetzt, wird es noch ein paar Jahre dauern", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Hilft KI gegen Fachkräftemangel?

Ob und wie stark Arbeitnehmer letztlich betroffen sind, ist ungewiss. Der Hintergrund: Trotz mittlerweile dreijähriger Wirtschaftslaute suchen viele Unternehmen nach wie vor händeringend Fachkräfte. Mit dem Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt im Laufe der nächsten Jahre wird sich der Fachkräftemangel voraussichtlich noch verschärfen.

"Im Idealfall wäre es natürlich so, dass sich das genau ausgleicht", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. "Aber die Dinge sind so stark in Bewegung, dass sich das nur sehr schwer abschätzen lässt."

Wohlrabe sieht die Herausforderung darin, die durch Automatisierung erwarteten Produktivitätsgewinne in breiten Wohlstand zu übersetzen, ohne dass das größere Verwerfungen in bestimmten Berufsgruppen auslöst.
(Carsten Hoefer, dpa)

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