Wirtschaft

Olaf Hermes wird neuer Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Zum 1. Juli 2026 tritt er die Nachfolge von Martin Neumeyer an, der im Sommer 2026 in den Ruhestand wechselt. (Foto: BaySF)

15.04.2026

Ein Branchenfremder übernimmt

Diplomökonom Olaf Hermes wird neuer Chef der Bayerischen Staatsforsten

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bekommen einen neuen Chef: Zum 1. Juli wird der von den Stadtwerken Bonn geholte Manager Olaf Hermes an die Spitze des größten deutschen Forstbetriebs treten. Das teilte das Wirtschaftsministerium in München mit. "Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Blick von außen neue Impulse einbringt und die Bayerischen Staatsforsten weiter gut für die Zukunft aufstellt", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Hermes leitet die Bonner Stadtwerke seit 2022. 

Der Diplomökonom Olaf Hermes war laut BaySF nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften viele Jahre für die RWE Group Essen im Vertriebs- und Marketingbereich tätig. Er sammelte anschließend Erfahrungen in der Unternehmensberatung und wechselte 2009 zu den Stadtwerken Leipzig als Prokurist für Vertrieb, Marketing und Energiedienstleistungen. Im Anschluss war Hermes als Vorstandsvorsitzender der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG, als kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Bremen und Bremerhaven und zuletzt seit 2022 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Bonn tätig. Besondere Erfahrungen hat er unter anderem mit Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Staatsforsten: Großbetrieb mit Dependance in Österreich

Der bisherige Staatsforsten-Chef Martin Neumeyer wechselt nun in den Ruhestand. Vor zwei Jahrzehnten zählte Neumeyer zu den engsten Mitarbeitern des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), später wechselte er als Amtschef ins Agrarministerium, die Leitung der Staatsforsten übernahm er 2015. 

Die Staatsforsten bewirtschaften rund 8000 Quadratkilometer, das entspricht etwa 11 Prozent der Gesamtfläche Bayerns. Damit sind die Staatsforsten der größte Forstbetrieb in Deutschland. Eine Besonderheit ist, dass dem Unternehmen sogar ein kleiner Teil Österreichs gehört: die 130 Quadratkilometer großen Saalforsten im Bundesland Salzburg. Dies geht auf die frühe Neuzeit zurück, als Salzburg noch nicht Teil Österreichs war und der Grund dem bayerischen Herrscherhaus der Wittelsbacher gehörte.

Rund 500 Millionen Euro Jahresumsatz

Die BaySF bewirtschaften nach eigenen Angeben im Auftrag des Freistaates Bayern seit nun mehr als 20 Jahren rund 750.000 Hektar Wald im Sinne einer nachhaltigen, naturnahen und multifunktionalen Forstwirtschaft. Gegründet im Jahre 2005, zähle das Unternehmen heute mit etwa 2800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro zu den größten und fortschrittlichsten Forstbetrieben Mitteleuropas.

Der gesetzlicherAuftrag für die BaySV ist es, die im Eigentum des Freistaates Bayern stehenden Wälder "vorbildlich zu bewirtschaften und dabei alle gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Ansprüche an den Wald bestmöglich zu vereinbaren". Zu den Kernaufgaben zählen den BaySF zufolge hierbei der Aufbau stabiler Mischwälder, die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, der Schutz von Biodiversität sowie die Sicherung des Waldes als Erholungsraum für die Bevölkerung. Die Etablierung neuer Geschäftsfelder wie den erneuerbaren Energien spiele eine zunehmend wichtige Rolle für die BaySF.
(dpa, rs)

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