Wirtschaft

Gerade die Automobilindustrie in Bayern ist auf günstige Rohstoffe angewiesen. (Foto: Audi AG)

09.07.2026

Rohstoffe noch teurer

Dringend neue Märkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen erschließen

Der Rohstoffpreisindex der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ist im Mai erneut angestiegen. Gegenüber April legte der Index um 3,5 Prozent zu und erreichte mit 209,1 Punkten einen neuen Höchststand. Seit einem Jahr ist der Index, abgesehen von einem minimalen Rückgang im August 2025, jeden Monat gegenüber dem jeweiligen Vormonat angestiegen. Im Vergleich zu Mai 2025 lag der Index um satte 42,5 Prozent höher. „Die massiven Preissprünge in den vergangenen Monaten kommen vor allem durch den Iran-Krieg. Wir hoffen, dass trotz des wiederaufflammenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran schnell eine dauerhafte stabile Lösung gefunden werden kann. Wie schnell dies gelingt und wie schnell sich die Märkte erholen, ist unklar. Fakt ist: Unsere Unternehmen brauchen auf der Kostenseite dringend Entlastungen. Hier spielen die Rohstoffpreise eine große Rolle“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Preise für Industriemetalle stiegen im Mai leicht unterdurchschnittlich um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat an. Deutlich teurer wurden im Mai vor allem Germanium (+27,4 Prozent), Lithium (+13,7 Prozent) und Zinn (+10,0 Prozent). Auch die Preise für die für Bayern sehr wichtigen Industriemetalle Kupfer (+5,1 Prozent) und Aluminium (+2,1 Prozent) legten weiter zu. „Nur wenige der im Index enthaltenen Industriemetalle wurden im Mai günstiger. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai 2025 verteuerten sich Lithium und Wolfram mit Abstand am stärksten. Der Preis für Lithium stieg um 210,8 Prozent, der Preis für Wolfram sogar um 556,6 Prozent“, erläutert Brossardt.

Der Preisindex der Seltenen Erden ging - entgegen dem allgemeinen Trend -  leicht um 0,5 Prozent zurück. Günstiger wurden vor allem Praseodym und Dysprosium, jeweils um 4,3 Prozent sowie Neodym um 4,1 Prozent. Die Preise für Gadolinium (+6,2 Prozent) und Cerium (+2,5 Prozent) stiegen hingegen erneut an. Die Preise für Edelmetalle gingen im Mai gegenüber dem April um 0,2 Prozent zurück. Neben Palladium (-5,3 Prozent) wurden auch Gold (-2,8 Prozent) und Platin (-1,7 Prozent) günstiger. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten hingegen alle im Index enthaltenen Edelmetalle deutlich höhere Preise. Das zeigt, dass wir uns nach wie vor auf einem deutlich zu hohen Preisniveau bewegen“, mahnt Brossardt.

Die vbw fordert angesichts der hohen Preise, den Bezug von Rohstoffen politisch dringend zu priorisieren: „Eine sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen bleibt für die Unternehmen eine große Herausforderung. Um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern und der geopolitischen Weltlage zu verringern, müssen wir dringend neue Märkte mit gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen erschließen“, so Brossardt.

Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Der komplette vbw Rohstoffpreisindex findet sich hier.
(ibw)

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