Wirtschaft

Ein möglicher Abzug von US-Soldaten würde Orte wie Vilseck in der Oberpfalz wirtschaftlich spürbar treffen – viele Angehörige der US-Armee prägen dort den Alltag. (Foto: dpa/Stephan Rumpf)

27.05.2026

Studie: Jeder abgezogene US-Soldat kostet einen halben Job

Ein möglicher Abzug von US-Soldaten aus Deutschland könnte Regionen wirtschaftlich hart treffen: Laut einer Studie gehen mit jedem Soldaten rechnerisch Arbeitsplätze verloren – und die Folgen wirken lange nach

Sollte US-Präsident Donald Trump 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, könnte das in den betroffenen Regionen Tausende Jobs kosten. Eine Studie des ZEW in Mannheim und der Universität zu Köln kommt auf den Verlust einer halben Vollzeitstelle pro abgezogenem Soldat im Umkreis der betroffenen Stützpunkte.

Grundlage der Untersuchung ist der Truppenabzug in den 1990er-Jahren, als nach dem Ende des Kalten Krieges rund 200.000 US-Soldaten Deutschland verließen. Dies habe zu lokalen Wirtschaftsschocks geführt, sagte Co-Autor Jakob Schmidhäuser vom ZEW. Die Auswirkungen seien weit über direkte Entlassungen an Militärstandorten hinausgegangen.

Folgen reichen bis in Unternehmen und Kommunen

Laut Studie entfielen rund 61 Prozent der weggefallenen Arbeitsplätze auf regionale Unternehmen. Wegen sinkender Konsumausgaben der Soldaten und ihrer Familien seien Umsätze eingebrochen. Besonders hart habe dies Regionen mit ohnehin schwächeren Arbeitsmärkten getroffen.

Auch Städte und Gemeinden hätten die Folgen zu spüren bekommen. Co-Autor Johannes Kochems von der Universität zu Köln erklärte, betroffene Kommunen hätten Einnahmeausfälle von rund neun Prozent ihrer Haushalte verzeichnet. Viele reagierten mit Ausgabenkürzungen sowie höheren Hebesätzen bei Grund- und Gewerbesteuer. Langfristig hätten sich die Einnahmerückgänge bei etwa drei Prozent eingependelt.

Auswirkungen noch Jahre später spürbar

Die negativen Folgen hielten lange an, heißt es vom ZEW. Menschen, die im Zuge von Kasernenschließungen ihren Arbeitsplatz verloren, hätten auch 15 Jahre später noch schlechtere Beschäftigungschancen gehabt und langfristig rund neun Prozent weniger verdient. (dpa)

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