Wirtschaft

Mehrere Tausend europäische Landwirte haben in Straßburg gegen das EU-Freihandelsabkommen mit Staaten des südamerikanischen Mercosur-Verbunds protestiert. (Foto: picture alliance/SIPA, Lucas Ruch)

20.01.2026

Tausende Bauern protestieren vor EU-Parlament gegen Mercosur-Deal

Traktoren blockieren Straßen in Straßburg: Einen Tag vor einer Abstimmung im Europaparlament zum Mercosur-Abkommen machen Landwirte aus verschiedenen Ländern Europas ihrem Unmut Luft

Mehrere Tausend europäische Landwirte haben in Straßburg gegen das EU-Freihandelsabkommen mit Staaten des südamerikanischen Mercosur-Verbunds protestiert. Sie versammelten sich hauptsächlich vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments, wo in dieser Woche eine Plenarsitzung stattfindet. Laut der örtlichen Präfektur waren am Mittag um die 5000 Demonstrierende in der Stadt. Zudem wurden Hunderte Traktoren erwartet. Neben französischen Landwirten nahmen auch Landwirte aus anderen europäischen Ländern, darunter Deutschland, an der Demonstration teil. 

Die Abgeordneten entscheiden am Mittwoch, ob sie ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs einholen wollen zu der Frage, ob das Mercosur-Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist. Dies könnte den Ratifizierungsprozess aufhalten.

Das Freihandelsabkommen war am Wochenende in Paraguay unterzeichnet worden. Es muss noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden. Mit ihrem Protest wollen die Landwirte den Druck auf die Entscheidungsträgerinnen und -träger aufrechterhalten. Sie fürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika.

Die Protestierenden zündeten Nebelkerzen und hielten Plakate mit Aufforderungen an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wie "Von der Leyen go home" hoch. Aufgrund der Versammlung war der Verkehr in Straßburg stark beeinträchtigt und mehrere Straßen blockiert.

Mercosur (Gemeinsamer Markt des Südens) ist ein südamerikanischer Staatenbund, zu dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gehören. Bolivien ist seit 2024 formell Mitglied, befindet sich jedoch noch im Prozess der Umsetzung der Mercosur-Normen und ist nicht Vertragspartei des Abkommens mit der EU
(Valeria Nickel, dpa)

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