Wirtschaft

Mehr Wohnungen sind nötig. (Foto: dpa/SvenSimon, Frank Hoermann)

05.10.2026

Verbände zum Wohnungsmangel: Milliarden allein helfen nicht

Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit Jahren in der Krise. In Bayern hat die staatliche Förderung Rekordhöhe erreicht, doch das Problem bleibt

Der Wohnungsbau im Freistaat kommt nach Einschätzung zweier großer Branchenverbände trotz staatlicher Zuschüsse in Rekordhöhe nicht in Gang. Bayerische Bauindustrie und der Verband der Wohnungsunternehmen (VdW) fordern daher in einem Zehn-Punkte-Programm eine grundlegende Vereinfachung der Bauvorschriften und -verwaltung, um das Bauen wieder billiger zu machen und die Arbeit der Baubehörden zu beschleunigen. Anlass der Veröffentlichung ist die heute in München beginnende Immobilienmesse Expo Real. 

Geld allein hilft nicht 

Die zwei Verbände verwiesen auf die amtlichen Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden in Bayern lediglich 47.359 Wohnungen fertiggestellt, das waren knapp 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Trendwende wird auch in diesem Jahr nicht erwartet. Dabei fördern Staatsregierung und Bund den Wohnungsbau in Bayern in diesem und im nächsten Jahr mit insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Nach Schätzungen von Fachleuten müssten in Bayern pro Jahr etwa 70.000 Wohnungen neu gebaut werden, um den Bedarf zu decken. 

"Bezahlbares Wohnen ist kein Wunsch, sondern eine Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort Bayern", sagte VdW-Direktor Hans Maier. Die zehn Punkte richten sich teils an den Bund, teils an die Staatsregierung, teils an die Kommunen. 

Auch die Kommunen sollen ihren Teil beitragen 

An erster Stelle steht die Forderung an die Kommunen, die vom Bund "Bauturbo" genannte Vereinfachung des Baugesetzbuchs tatsächlich anzuwenden und neues Bauland schneller auszuweisen. Städte und Gemeinden sollen demnach Baugrundstücke nicht mehr mit Höchstpreis an den Meistbietenden verkaufen, sondern orientiert am Konzept für die Entstehung bezahlbarer Wohnungen. 

Der Bund soll den privaten Wohnungsbau durch Steuervorteile wieder attraktiver machen. Angesichts des Auf und Ab bei der staatlichen Wohnungsbauförderung in den vergangenen Jahren fordern die zwei Verbände zudem verlässliche Förderbedingungen, die nicht kurzfristig wieder geändert werden. "Rekordfördermittel allein lösen den Wohnraummangel nicht", heißt es in dem Papier. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren der Baubehörden sollen von Grund auf digitalisiert und beschleunigt werden. Daneben stehen noch mehrere weitere Punkte.
(Carsten Hoefer, dpa)

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