Kommunales

Augsburgs Rathauschefin Eva Weber (CSU). (Foto: dpa/M. Bihlmayer)

19.03.2026

Augsburg-Wahl: Weber schwächer – "ein bisschen Unverständnis"

Dämpfer für Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) – die Koalition mit den Grünen verschreckte eigene Parteianhänger

Eva Weber kommt an diesem Wahlabend spät zum städtischen Forum in den Moritzsaal – später als die meisten ihrer Mitbewerberinnen und Mitbewerber um den Chefsessel im Augsburger Rathaus. Womöglich hat die Amtsinhaberin von der CSU noch länger darüber grübeln müssen, wie sie dieses Ergebnis in der ersten Abstimmungsrunde am 8. März erklären soll, denn das gestaltet sich nicht ganz einfach.

Sechs schwierige Jahre für Schwarz-Grün

So liegt Eva Weber mit 34 Prozent der Stimmen zwar deutlich vor ihrem SPD-Verfolger Florian Freund, gegen den sie nun in der Stichwahl antreten wird. Doch sechs Jahre zuvor war die Nachfolgerin von Kurt Gribl (CSU) in der ersten Runde noch auf 43 Prozent gekommen, weshalb sie mit dem Abschneiden diesmal kaum zufrieden sein kann.

Im Moritzsaal erklärt die 48-Jährige ihr schlechteres Ergebnis als bei der Kommunalwahl 2020 mit unbequemen Entscheidungen in der abgelaufenen Legislaturperiode. „Ich habe die Rückmeldung von mancher Bürgerin und manchem Bürger erhalten, dass da ein bisschen Unverständnis da war“, sagt die Rathauschefin. Doch in „schwierigen sechs Jahren“ habe sie Verantwortung für die Stadt Augsburg übernehmen müssen.

Dass die im Allgäu geborene Tochter des einstigen CSU-Staatssekretärs Alfons Zeller sich diesmal schwerer tun könnte als 2020, hatte sich indes angedeutet. So kam Weber bei ihrer Nominierung zur CSU-Bürgermeisterkandidatin lediglich auf 78 Prozent Zustimmung, was einem Dämpfer gleichkam. Zudem regierte sie in einer schwarz-grünen Rathauskoalition, die zwar weitgehend reibungslos zusammenarbeitete. Doch gerade in der CSU-Anhängerschaft wurden viele mit diesem Bündnis nie richtig warm.

Bei der Augsburger Stadtratswahl verloren nun beide Regierungsparteien kräftig an Stimmen. Und enttäuschend war auch das Abschneiden der Grünen-Bewerberin um den Chefsessel im Rathaus. So kam die amtierende Zweite Bürgermeisterin Martina Wild nur auf Rang drei mit 16,4 Prozent der Stimmen – 2,1 Prozentpunkte weniger, als sie vor sechs Jahren geholt hatte.

AfD-Wähler als Zünglein an der Waage?

Folglich ist die 48-Jährige außen vor, wenn es am 22. März zur Stichwahl um das höchste Amt in der Stadt kommt. Denn vor ihr hat sich in der ersten Abstimmungsrunde der SPD-Kandidat Florian Freund platziert mit 19,9 Prozent der Stimmen. Der 47-Jährige lag damit zwar weit hinter der Amtsinhaberin, jedoch feierte er seinen Einzug in die Stichwahl als „sensationellen Erfolg“. Zudem zog er aus dem Ergebnis die kühne These: „Es ist klar: Die Augsburgerinnen und Augsburger wollen einen Neuanfang.“

Für den SPD-Fraktionschef wird es in der Stichwahl vor allem darum gehen, die Wählerinnen und Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten auf seine Seite zu ziehen. Die Ausgangslage ist dabei jedoch nur wenig vielversprechend. So betonte Martina Wild am Wahlabend, dass ihre Grünen keine Empfehlung abgeben werden – und schon gar nicht für Florian Freund. Auch von AfD-Kandidat Andreas Jurca, der trotz eines überschaubaren Einsatzes im Wahlkampf auf 12,4 Prozent der Stimmen kam, dürften nicht allzu viele Wählerinnen und Wähler ins Freund-Lager wechseln.

Insofern geht Eva Weber trotz des Rückschlags in der ersten Runde auch in die Stichwahl als klare Favoritin. Ein Selbstläufer dürfte die Abstimmung am 22. März indes nicht werden für die CSU-Politikerin – insbesondere nicht, wenn es Florian Freund gelingt, in den Tagen bis zur Wahl eine Wechselstimmung zu erzeugen. (Patrik Stäbler)

Dieser Artikel erschien am 13. März in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung.

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