Kommunales

Der neue Augsburger Oberbürgermeister setzt auf ein breites Bündnis, um zentrale Projekte in Verkehr und Kultur umzusetzen. (Foto: dpa/Stefan Puchner)

30.04.2026

Augsburgs neuer OB Freund startet mit Vierer-Bündnis

Rathauschef Florian Freund (SPD) startet mit einer knappen Mehrheit im Stadtrat. SPD, CSU und weitere Partner planen Projekte bei Nahverkehr und Kultur, während große Baustellen viel Geld kosten

Etwas mehr als einen Monat nach der Oberbürgermeister-Stichwahl hat der künftige Augsburger Rathauschef Florian Freund (SPD) ein Bündnis für die kommenden sechs Jahre geschnürt. Die Sozialdemokraten wollen dafür mit der CSU als stärkster Fraktion sowie den Freien Wählern und der örtlichen Wählerinitiative Generation Aux zusammenarbeiten.

Es ist keine Koalition im klassischen Sinne, sagte Freund bei der Vorstellung der Kooperation. In der Vereinbarung der vier Gruppen wird betont, dass die Partner gemeinsame Ziele definiert hätten, dabei aber auch ein Stück weit eigenständig blieben.

Straßenbahnen sollen künftig häufiger fahren

Freund hatte bei der OB-Stichwahl in Bayerns drittgrößter Stadt überraschend der Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) den Posten abgenommen. Bei der vorangehenden Stadtratswahl hatte die CSU im März fast sieben Prozentpunkte eingebüßt und war damit neben den Grünen der größte Verlierer der Wahl. Bislang hatte in Augsburg ein schwarz-grünes Bündnis regiert.

Das künftige Bündnis verfügt nur über eine knappe Mehrheit im Stadtrat. Freund hofft auf zusätzliche Unterstützung von mehreren Einzelstadträten, mit denen er ebenfalls gesprochen habe.

Eines der Themen des neuen Bündnisses ist die Verbesserung des Nahverkehrs. Unter anderem sollen die Straßenbahnen künftig deutlich häufiger im Fünf-Minuten-Takt fahren, was eines der zentralen Wahlkampfversprechen Freunds war. Die dafür zusätzlich nötigen Fahrerinnen und Fahrer könnte man auch dadurch gewinnen, dass man Studierende dafür ausbildet, sagte er. Die Tramfahrer-Ausbildung ginge relativ zügig, so dass Studierende dann als Teilzeitkräfte die Stammbelegschaft entlasten könnten.

Sanierungen im Kulturbereich sollen weiterlaufen

Geerbt hat Freund unter anderem das Problem der teuren und seit vielen Jahren laufenden Staatstheater-Sanierung. Die Kosten haben sich mittlerweile auf 420 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Sanierung werde zu Ende geführt, heißt es in der Kooperations-Vereinbarung.

Zuletzt musste die Stadt auch die beliebte Freilichtbühne wegen Baumängeln schließen. Hier ist geplant, die Open-Air-Bühne schnellstmöglich zu modernisieren, eventuell in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Betrieb. Die Freilichtbühne sollte zügig wieder bespielt werden können, auch weil sie wichtige Umsätze für das Staatstheater bringe, sagte Freund. (dpa)

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