Kommunales

Dieter Reiter (SPD), amtierender Oberbürgermeister von München, und seine Frau Petra (links) kommen nach der vorläufigen Ergebnispräsentation für die Wahl zum Münchner Oberbürgermeister bei den Kommunalwahlen in das Kreisverwaltungsreferat der bayerischen Landeshauptstadt. (Foto: dpa, Peter Kneffel)

08.03.2026

Bayern-Kommunalwahl: Viele Stichwahlen, Reiter muss zittern

Die Auszählung der Kommunalwahlen dauert mehrere Tage – doch erste Überraschungen gibt es schon am Wahlabend. Insbesondere in München. Und in Bamberg scheiterte eine ehemalige CSU-Spitzenpolitikerin. Viele Blicke richten sich nun auf den 22. März

Viele Oberbürgermeister- und Landratswahlen in Bayern werden erst bei den Stichwahlen in zwei Wochen entschieden. Allen voran die OB-Wahl in München, wo Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im ersten Wahlgang nach jüngsten Negativschlagzeilen deutliche Verluste hinnehmen musste - er sprach selbst von einem enttäuschenden Abend. Auch die Wahlen in Nürnberg und Augsburg brachten noch keine Entscheidung. Viele Landrätinnen und Landräte werden ebenfalls erst am 22. März feststehen. Bei der OB-Wahl in Bamberg verpasste die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Stichwahl.

Die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens Mittwoch ausgezählt sein - dann soll auch ein landesweites Ergebnis feststehen. Mit Spannung wird etwa erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt.

Wichtige Ergebnisse und Trends des Kommunalwahlabends im Überblick:

Reiter muss zittern

München: Hier muss Amtsinhaber Dieter Reiter wie schon 2014 und 2020 in die Stichwahl. Aber: Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Tage musste der SPD-Mann deutliche Verluste hinnehmen. Vor sechs Jahren hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Am Abend lag er - nach Auszählung von 1.364 von 1.376 Gebieten - bei 35,6 Prozent. Ihm auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen mit 29,4 Prozent. "Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht", sagte Reiter am Abend in München. Nun gelte es bis zur Stichwahl, "verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen".

Reiter war zuletzt vor allem wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern massiv in die Kritik geraten. Und dann sagte der OB in einer Stadtrats-Sitzung noch das N-Wort - ganz nebenbei beim Blättern in Unterlagen. Mit dem Begriff "N-Wort" wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Reiter bat daraufhin in einem schriftlichen Statement um Entschuldigung. 

Nürnberg: In Bayerns zweitgrößter Stadt kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König von der CSU und dem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed. König führte nach Auszählung von 720 der 726 Gebiete uneinholbar mit 46 Prozent der Stimmen vor Ahmed (26,5 Prozent). Die Bewerber von Grünen und AfD konnten in den Zweikampf nicht entscheidend eingreifen. Auch in der Besetzung des neuen Stadtrates in der einstigen SPD-Hochburg deutete sich eine klare Mehrheit für die CSU an, die nach Auszählung von 590 von 726 Gebieten auf knapp 38 Prozent der Stimmen kam, gefolgt von SPD (17,8 Prozent) und AfD mit 13,6 Prozent. 

Augsburg: In Bayerns drittgrößter Stadt muss Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund.

Bamberg: Dort wollte Ex-Gesundheits- und Europaministerin Melanie Huml (CSU) gerne Oberbürgermeisterin werden - und ist gescheitert. Sie kam im ersten Wahlgang nach dem vorläufigen Ergebnis nur auf den dritten Platz mit 28,2 Prozent der gültigen Stimmen. In die Stichwahl schafften es der bisherige zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) mit 30,3 Prozent und als Zweitplatzierter der SPD-Kandidat Sebastian Niedermaier (29,0 Prozent).

Anderswo müssen Amtsinhaber zittern: In Erlangen und Aschaffenburg holten die CSU-Kandidaten im ersten Anlauf mehr Stimmen als die SPD-Amtsinhaber. In Schweinfurt, bisher CSU-regiert, lag dagegen der SPD-Kandidat vorn. (dpa)

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