Kommunales

Der Frauenanteil in Bayerns Kommunalparlamenten ist leicht gestiegen, bleibt aber deutlich unter der 50-Prozent-Marke. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

18.06.2026

Frauen bleiben in Bayerns Kommunalpolitik klar unterrepräsentiert

Der Frauenanteil in Bayerns Gemeinderäten, Stadträten und Kreistagen ist nach den Kommunalwahlen zwar gestiegen. Mit gut 25 Prozent bleiben Frauen in den kommunalen Parlamenten aber weiterhin deutlich in der Minderheit

Frauen sind in Bayerns Kommunalparlamenten weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Zwar ist ihr Anteil nach den Kommunalwahlen im März leicht gestiegen, von einer ausgewogenen Vertretung kann aber weiterhin keine Rede sein.

Wie das Statistische Landesamt mitteilte, erhöhte sich der Frauenanteil in Gemeinderäten, Stadträten und Kreistagen gegenüber 2020 um 2,2 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent.

Große Unterschiede zwischen den Gremien

Am höchsten ist der Frauenanteil in den Stadträten der kreisfreien Städte. Dort sind 36 Prozent der Mandate mit Frauen besetzt. In den Kreistagen liegt der Anteil bei 29,6 Prozent, in den Gemeinde- und Stadträten kreisangehöriger Kommunen lediglich bei 24,5 Prozent.

Damit bleibt die Kommunalpolitik in Bayern weiterhin überwiegend männlich geprägt.

Mehr Kandidatinnen, aber wenige Spitzenämter

Vor den Kommunalwahlen hatte die Initiative „Bavaria ruft!“ gemeinsam mit Politikerinnen verschiedener Parteien für mehr Frauen in der Kommunalpolitik geworben.

Nach Angaben der Initiative kandidierten so viele Frauen wie nie zuvor für kommunale Mandate. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass Frauen in Spitzenpositionen weiterhin selten sind. Besonders bei Oberbürgermeister- und Landratsämtern seien sie nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.

CSU verliert, AfD legt deutlich zu

Mit den nun vorliegenden Endergebnissen stehen auch die landesweiten Kräfteverhältnisse fest. Die CSU blieb stärkste Kraft, verlor aber gegenüber 2020 von 34,5 auf 32,5 Prozent.

Die Grünen verteidigten mit 13,6 Prozent Platz zwei trotz Verlusten. Die SPD fiel auf 12,3 Prozent zurück. Die AfD steigerte ihren Stimmenanteil deutlich von 4,7 auf 12,2 Prozent und lag damit nahezu gleichauf mit der SPD. Die Freien Wähler verbesserten sich leicht auf 12,1 Prozent. (dpa)

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