Kommunales

Stadtwappen an der Fassade des Nürnberger Rathauses. (Foto: dpa)

09.04.2026

Kein Herz für Abweichler: In Nürnberg spaltet sich die Grünen-Stadtratsfraktion auf, in Bamberg die CSU-Fraktion

Rumoren bei den Nürnberger Grünen: Eine Gruppe von Stadträtinnen und Stadträten hat sich nach Darstellung der Partei von der Stadtratsfraktion abgespalten und bildet nun eine eigene Gruppe innerhalb des Kommunalparlaments – als „grünliberale Fraktion“. Zuletzt hatte sich in Bamberg eine Gruppe von Kommunalpolitikern nach einem Streit von der CSU gelöst

Rumoren bei den Nürnberger Grünen: Eine Gruppe von Stadträtinnen und Stadträten hat sich nach Darstellung der Partei von der Stadtratsfraktion abgespalten und bildet nun eine eigene Gruppe innerhalb des Kommunalparlaments – als „grünliberale Fraktion“. Die vier Stadträte um den bisherigen Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko sehen sich als Gegenpol zu den verbliebenen sechs Grünen-Stadträten.

Neben der Grünen Jugend distanzierte sich auch der Realo-Flügel der bayerischen Grünen von den Abtrünnigen in Nürnberg. „Keine der vier handelnden Personen ist Teil des organisierten Realo-Flügels der bayerischen Grünen, insofern empfinden wir es als in höchstem Maße befremdlich, dass sich für diese Spalterei nun auf unseren Parteiflügel berufen wird“, wird die Bundestagsabgeordnete Rebecca Lenhard in einer Pressemitteilung zitiert.

"Schwer parteischädigend“

Die Grünen-Kreisvorsitzende Marie Hartz forderte die vier Abweichler auf, ihre Mandate niederzulegen und aus der Partei auszutreten. „Das Verhalten dieser vier Personen ist schwer parteischädigend“, betonte sie. „Sollten sie der Forderung nach Austritt nicht nachkommen, streben wir zum Schutz unserer Partei die Prüfung eines Ausschlussverfahrens an“, erklärte sie.
 Auf die unmittelbare Stadtpolitik dürfte die Aufspaltung wenig unmittelbare Auswirkung haben. Die Grünen sind in der Opposition, Sondierungen mit der aus den Kommunalwahlen Anfang März als stärkste Kraft hervorgegangenen CSU waren gescheitert. Nürnberg wird künftig wohl von einem Bündnis aus CSU und SPD regiert.

Der Nürnberger Fall ist ein neues Beispiel für die Aufspaltung tradierter kommunaler Parteistrukturen. Zuletzt hatte die CSU in Bamberg für Aufsehen gesorgt. Dort hatte sich nach langen internen Streitigkeiten eine Gruppe von Kommunalpolitikern von der CSU gelöst und will nun unter der Bezeichnung „Christlich Soziale Bürger“ (CSB) weiterhin Kommunalpolitik machen. Darunter ist laut Medienberichten auch der bisherige CSU-Fraktionschef im Stadtrat, Peter Neller. Neller sagte: „Jetzt ist die Zeit, gemeinsam nach vorne zu schauen.“ Die CSU-Spitze reagierte mit Unverständnis auf diese Entscheidung. Kreisvorsitzender Gerhard Seitz und die künftige Fraktionschefin Melanie Huml sprachen von einem „bedauerlichen Spaltungskurs“.

Das Bamberger Rathaus bleibt derweil in SPD-Hand: Sebastian Niedermaier setzte sich laut vorläufigem Endergebnis in der Stichwahl mit 56,7 Prozent gegen Jonas Glüsenkamp von den Grünen durch. Im ersten Wahlgang war der bisherige zweite Bürgermeister Glüsenkamp noch knapp vor Niedermaier gelegen. Der bisherige OB Andreas Starke (SPD) war nach zwei Jahrzehnten im Amt nicht wieder angetreten. Zur OB-Wahl gestellt hatte sich auch die ehemalige CSU-Staatsministerin Melanie Huml, doch sie hatte es nicht in die Stichwahl geschafft. Niedermaier betreibt in Bamberg eine Biogärtnerei und wurde 2014 erstmals in den Stadtrat gewählt. (dpa/Bsz)
 

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