Kommunales

Wolbergs. Foto: dpa

01.07.2019

Wolbergs fürchtet Missverständnis

Regensburger Korruptionsprozess: Das Urteil wird mit Spannung erwartet

Zwei Tage vor der geplanten Urteilsverkündung im Regensburger Korruptionsprozess hat sich der angeklagte und suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zum letzten Wort des Mitangeklagten Volker Tretzel geäußert. Der Bauunternehmer hatte vergangene Woche im Zusammenhang mit der Vergabe des Bauprojektes Nibelungenkaserne sinngemäß geäußert, Wolbergs habe damals zu ihm gesagt, er brauche nicht so viel zu spenden, er bekomme das Projekt ohnehin. Wolbergs unterstrich am Montag vor dem Landgericht, dass er diese Aussage Tretzels als Scherz aufgefasst und dass es einen solchen Satz nie gegeben habe. Tretzel ließ dem über seinen Anwalt Florian Ufer zustimmen.

Die Staatsanwaltschaft hatte diesen Satz jedoch nicht als Scherz betrachtet. Anklägerin Christine Ernstberger sagte, der Satz Tretzels habe bestätigt, dass es eine Verknüpfung zwischen den Spenden an die SPD und der Vergabe des Bauprojektes gegeben habe.

Urteil am 3. und 4. Juli

Mit der Verhandlung am Montag war das Gericht wieder in die - eigentlich am vergangenen Dienstag abgeschlossene - Hauptverhandlung eingetreten. Wolbergs Verteidiger Peter Witting hatte darum gebeten, dass sein Mandant zu Tretzels letztem Wort Stellung nehmen dürfe. So sollte Witting zufolge eine Fehlinterpretation dieses Satzes vermieden werden.

Die Termine für die Urteilsverkündung und -begründung am 3. und 4. Juli bleiben dem Gericht nach bestehen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den ehemaligen SPD-Politiker unter anderem wegen Vorteilsannahme und Verstoßes gegen das Parteiengesetz viereinhalb Jahre Haft gefordert, sein Verteidiger auf Freispruch plädiert. Beide Seiten wiederholten am Montag ihre Anträge. (dpa)

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