Kommunales

In der sogenannten Rathausboxe im Schottenhamel-Zelt auf der Münchner Wiesn kam es jetzt zu einer Handgreiflichkeit. Das hat Konsequenzen. (Foto. dpa, Felix Hörhager)

01.10.2026

"Die Wiesn ist kein Ort für politische Agitation": Wiesn-Zwist und Ohrfeige in Stadtratsboxe - OB entzieht Liinken ihren Tisch

Nach einer Ohrfeige im Bierzelt entzieht Münchens Oberbürgermeister der Fraktion der Linken den Tisch in der Ratsboxe. Wie es dazu kam und welche Konsequenzen nun folgen

Dass es auf dem Oktoberfest im Bierzelt gelegentlich zu Handgreiflichkeiten kommt, ist nichts Neues. Nun aber hat ein Zwist in der Boxe des Münchner Stadtrats für die letzten paar Wiesntage ungewöhnliche Konsequenzen. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat der Fraktion der Linken für dieses Oktoberfest den Tisch in der sogenannten Ratsboxe entzogen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. 

Der Anlass liegt demnach schon Tage zurück. Eine Frau, die am der Linken-Fraktion zugeordneten Tisch saß, soll dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat, Jörg Hoffmann, eine Ohrfeige gegeben haben. Zu dem Vorfall soll es nach einer Debatte um Israel und Palästina gekommen sein, wie Medien berichten. Es soll demnach antiisraelische Parolen geäußert worden sein - Hoffmann soll versucht haben, dem Einhalt zu gebieten. Dem Vernehmen nach war auch Alkohol im Spiel. 

Wiesn kein Ort für politische Agitation

"Die Wiesn ist kein Ort für politische Agitation. Vollkommen inakzeptabel ist der körperliche Angriff auf unseren Stadtratskollegen Jörg Hoffmann, dem meine volle Solidarität gilt", begründete Krause die Entscheidung auf Anfrage. "Gewalt darf nie ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein." Es sei aber ein gutes Zeichen, dass sich der Fraktionsvorsitzende der Linken, Stefan Jagel, bei Hoffmann entschuldigt habe.

Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle verurteilte das Verhalten der Linken-Gäste in der Ratsboxe. Politisch motivierte Aggression von Mitgliedern oder Anhängern der jungen Linken am Oktoberfest dürfe man nicht dulden. "Die Wiesn ist ein Ort der friedlichen Begegnung und des Feierns."

Entschuldigung durch Linken-Fraktionschef

"Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go. Ich bin auch persönlich sehr angefasst. Ich habe mich sofort dafür bei Herrn Hoffmann entschuldigt", teilte Jagel selbst auf Anfrage mit. "Die Frau war eine Freundin eines Mitglieds und zufällig am Tisch mit dabei. Sie ist kein Mitglied der Linken oder der Linksjugend. Das Ganze wird Konsequenzen haben. Die Betreffenden werden keinen Tisch mehr über unsere Fraktion bekommen." Der Vorfall werde auch auf der Kreisvorstandssitzung besprochen - und er habe selbst noch ein Gespräch mit der Frau persönlich.

Die Konsequenz des Oberbürgermeisters könne er nachvollziehen, sagte Jagel. Es sei aber ärgerlich, dass er nun anderen, gar nicht involvierten Gästen der Linken-Fraktion, auch absagen musste. 

In der Ratsboxe auf dem Balkon des Schottenhamel-Zelts haben traditionell die Fraktionen einen oder mehrere Tische, die sie auch weitergeben können. (dpa/BSZ) 
 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Ist der Tankrabatt sinnvoll?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

„Die Bundesregierungskoalition hat noch schnell Reformen angekündigt, ehe sie sich in die Berliner Sommerpause verabschiedete. Eine Sommerpause übrigens, die sich die Wirtschaft nicht leistet. Unternehmer und Manager sind stets am Sprung“, sagt Bertram Br

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.