Kultur

Frank Nimsgern mit dem Deutschen Musical Award für die beste Komposition. Er gewann die Auszeichnung zum zweiten Mal in Folge. (Foto: M. Böhmländer)

29.11.2025

Opernstoffe als Musical sind sein Markenzeichen

Frank Nimsgern ist schon zum zweiten Mal für eine bayerische Produktion ausgezeichnet worden

Eine klassische Oper zu einem Musical umzuschreiben? Was für Puristen wie eine Todsünde klingt, hat Frank Nimsgern nun schon zum dritten Mal getan. Der Saarländer fing mit Richard Wagners Ring der Nibelungen an, dann kam Mozarts Zauberflöte an die Reihe und schließlich in diesem Jahr Carl Maria von Webers Freischütz. Die letzteren beiden übrigens bayerische Produktionen.

Und der Zuspruch, sowohl vom Publikum als auch von der Kritik, gibt dem Sohn des weltbekannten Opern- und Konzertsängers Siegmund Nimsgern recht. Vor Kurzem wurde seine Komposition für den Freischütz mit dem Deutschen Musical Award der Zeitschrift Blickpunkt Musical ausgezeichnet, den er schon im Jahr zuvor für die Zauberflöte erhalten hatte. Den Freischütz hatte die BSZ ürigens auch als einen der Kulturhöhepunkte des Jahres angekündigt.

„Das war sehr ungewöhnlich, ich hatte nicht damit gerechnet“, sagt Nimsgern. Schließlich sei der Freischütz auch alles andere als „Family-Entertainment“, ein schwierigerer Stoff als die Zauberflöte. Über die Preisträger entscheiden eine Fachjury, die Redaktion der Zeitschrift sowie das Publikum gleichermaßen.

Dass das Stück so überzeugte, sieht der Musiker, Komponist und Dozent auch in der Kooperation mehrerer Häuser begründet. Seele für Seele, wie die Freischütz-Musical-Adaption heißt, ist eine Co-Produktion der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel und des Festspielhauses Neuschwanstein in Füssen, wo das Stück uraufgeführt wurde, bevor es dann auf der Freilichtbühne in Oberfranken zu sehen war. So habe sich mit deutlich höherer Qualität produzieren lassen. „Wir haben ein sehr aufwendiges Bühnenbild.“ Schon die Zauberflöte wurde an mehreren Häusern aufgeführt: in Füssen und am Deutschen Theater in München. Sie lief auch in Oberhausen.

Das Mozart-Musical wird übrigens Ende Februar auf die Bühnen zurückkehren – leicht modifiziert. „Wir haben viel gelernt, was funktioniert und was nicht“, sagt Nimsgern. Ein Teil der Musik wurde ausgetauscht und die Handlung komprimiert. Außerdem gibt es neue Darstellerinnen und Darsteller. Gerade läuft das Casting, bei dem Nimsgern auch neue Talente finden will.

Mit seinen Opernmusicals, die auch in den Streamingdiensten sehr erfolgreich laufen, hofft Nimsgern, eine neue, jüngere Generation in die Theater und Opernhäuser zu locken. Die deutsche Unterscheidung zwischen Unterhaltungs- und ernster Musik sei nicht mehr zeitgemäß. Als Musikdozent bilde er Opernsängerinnen und -sänger auch so aus, dass sie Rock und Pop singen können.

Als Paradebeispiel nennt Nimsgern den Entertainer Dieter Hallervorden, dessen Album 80plus Nimsgern produzierte. Der spiele auch von der Tragödie bis zum Slapstick alles. (Thorsten Stark)
 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll die aktuelle Sterbehilferegelung verschärft werden?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2024

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2025

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 29.11.2024 (PDF, 19 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben der Beilage „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.