Landtag

Mit der Finanzhilfe des Freistaats gewinnt Bad Alexandersbad Zeit für die Sanierung seiner Finanzen. Die Zukunft der Gemeinde hängt nun von einem konsequenten Sparkurs ab. (Foto: dpa/Martin Schutt)

17.07.2026

Freistaat rettet Bad Alexandersbad vor der Pleite

Bad Alexandersbad ist vorerst gerettet: Der Freistaat übernimmt den Millionen-Kassenkredit der oberfränkischen Gemeinde – allerdings nur unter strengen Auflagen. Hält die Kommune diese nicht ein, droht sogar die Zwangseingemeindung

Der Haushaltsausschuss hat die hoch verschuldete oberfränkische Gemeinde Bad Alexandersbad (Landkreis Wunsiedel) vor einer Ende des Monats drohenden Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Er sagte zu, dass der Freistaat ab 2027 den auf 12 Millionen Euro angewachsenen Kassenkredit der Gemeinde ohne Tilgung bis Ende 2031 übernimmt und die fälligen Zinsen stundet. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde strenge Auflagen einhält. Sollte sie dies nicht tun, wird ihr das Ende ihrer Selbstständigkeit und die Zwangseingemeindung in eine Nachbarkommune angedroht.

Hilfe nur gegen harten Sparkurs

Die finanzielle Schieflage von Bad Alexandersbad ist vor allem durch den staatlich geförderten, letztlich aber nicht rentablen Betrieb eines neuen Kurbads entstanden. Der Beschluss wurde von der AfD und – trotz erheblicher Bedenken – von der SPD mitgetragen. Die Grünen votierten dagegen, weil ihnen eine über 2031 hinausgehende Perspektive fehlte. Ihre Abgeordnete Claudia Köhler bezweifelte, dass sich die Gemeinde unter den aktuellen Bedingungen binnen fünf Jahren derart konsolidieren könne, dass sie den dann wieder auf sie zurückfallenden Schuldenberg inklusive Zinsen aus eigener Kraft stemmen könne.

Warnung vor einem Präzedenzfall

Michael Hofmann (CSU) betonte dagegen, der Beschluss verschaffe der Gemeinde Luft für eine Konsolidierung und gebe ihr die Möglichkeit, ihre Zukunftsfähigkeit zu gewinnen. Ausschussvorsitzender Josef Zellmeier (CSU) unterstrich, man könne der klammen Gemeinde die 12 Millionen Euro „nicht einfach schenken“. Aus der Hilfe dürfe kein Präzedenzfall für andere Kommunen entstehen. Mit Blick auf die strengen Auflagen sprach Zellmeier von einem „harten, steinigen und dornigen Weg“ für Bad Alexandersbad. (Jürgen Umlauft)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll es erst ab dem zweiten Krankheitstag Lohn geben?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, sagt über die Deutschen: "Unser Mindset hat sich nicht weiterentwickelt – es ist in einer Art Biedermeier-Modus stehen geblieben."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.