Landtag

Immer weniger Bankfilialen und nur noch ein Bankenbus: Gerade im ländlichen Raum verändert sich die Versorgung mit Bargeld und Bankdienstleistungen. (Foto: dpa/Elke Münzel)

04.06.2026

Immer weniger Bankfilialen: Freistaat sieht Versorgung dennoch gesichert

Bargeld bleibt für viele Menschen wichtig, doch Bankfilialen und mobile Angebote werden weniger. Die AfD wollte im Landtag wissen, wie die Versorgung künftig gesichert werden soll

Wer Bargeld abheben oder ein Konto eröffnen will, muss in manchen Orten inzwischen längere Wege in Kauf nehmen. Gerade im ländlichen Raum verschwinden Bankfilialen seit Jahren, viele Dienstleistungen wandern ins Internet. Dennoch sieht die Staatsregierung keinen Anlass für zusätzliche politische Maßnahmen, um die Versorgung mit Bankdienstleistungen auf dem Land zu sichern. Das geht aus einer Anfrage der AfD hervor.

Deren Landtagsabgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp und Johannes Meier wollten wissen, wie sich Bankfilialen, Geldautomaten und mobile Angebote wie Bankenbusse in Bayern entwickelt haben, wie die Bargeldversorgung gesichert wird und ob der Freistaat zusätzliche Hilfen oder Förderprogramme plant.

Wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums hervorgeht, liegen viele Daten zur Entwicklung im ländlichen Raum allerdings gar nicht vor. Weder die Staatsregierung noch die befragten Verbände könnten angeben, wie viele Bankfilialen sich in Städten oder auf dem Land befinden oder wie sich die Zahl der Filialen speziell im ländlichen Raum entwickelt hat. Grund sei unter anderem, dass viele Banken und Sparkassen über Landkreisgrenzen hinweg tätig seien.

Immer weniger Filialen

Deutlich wird der Rückgang allerdings bei den verfügbaren Zahlen. Für private Banken verweist die Staatsregierung auf Daten der Deutschen Bundesbank: Deutschlandweit sank die Zahl der Zweigstellen privater Großbanken, Kreditbanken und ausländischer Banken von 10.168 im Jahr 2013 auf 3292 im Jahr 2024. Für Bayern gebe es zwar keine gesonderte Statistik, ein vergleichbarer Rückgang sei aber anzunehmen.

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Bayern wurden Daten über die Verbände abgefragt. Die Staatsregierung verweist darauf, dass allein die bayerischen Sparkassen Ende 2024 noch 2404 Zweigstellen und 3215 Geldautomaten betrieben. Die Volks- und Raiffeisenbanken kamen demnach auf 1674 Geschäftsstellen und 2854 Geldautomaten. Hinzu kommen Angebote privater Banken.

Nur noch ein Bankenbus in Bayern

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei mobilen Angeboten. Nach Angaben des Sparkassenverbands Bayern gab es Ende 2024 nur noch einen Bankenbus im Freistaat – in Oberfranken. 2013 waren es noch drei, zwischen 2015 und 2019 sogar jeweils vier mobile Filialen. Seit 2020 liegt die Zahl konstant bei einem Fahrzeug. Daten zu Bankenbussen anderer Institutsgruppen liegen der Staatsregierung nicht vor.

Bankenbusse gelten rechtlich als fahrbare Zweigstellen und werden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wie ortsgebundene Filialen behandelt. Die Entscheidung über ihren Einsatz liege jedoch allein bei den Kreditinstituten selbst. Die Bankenaufsicht erfolgt über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Bargeld wird seltener genutzt

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank geht die Nutzung von Bargeld in Deutschland seit Jahren zurück. Wurden 2014 noch rund 79 Prozent der alltäglichen Zahlungen bar erledigt, lag der Anteil 2023 nur noch bei knapp 50 Prozent. Gleichzeitig bevorzugten bereits 44 Prozent der Befragten unbare Zahlungsmethoden – gegenüber 28 Prozent, die Bargeld bevorzugten. Eigene Zahlen für Bayern liegen laut Staatsregierung nicht vor.

Zusätzliche politische Maßnahmen plant die Staatsregierung trotz des Strukturwandels nicht. Die Bargeldversorgung und Bankdienstleistungen seien eine privatwirtschaftliche Aufgabe. Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums funktioniere die Versorgung weiterhin – auch, weil Bargeld inzwischen häufig an Ladenkassen abgehoben werde. Die Bundesbank sehe trotz des Rückgangs bei Filialen und Automaten weiterhin ein „insgesamt dichtes Netz an Abhebeorten“. Eine Notwendigkeit für politische Eingriffe erkenne die Staatsregierung deshalb nicht. (loh)

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